„Gelebter Trialog – Best Practice und gemeinsames Engagement“ lautete das Motto der Jahrestagung 2018 des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit am 25. Oktober. Auch diesmal trafen sich wieder zahlreiche der über 100 Bündnispartner in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, um spannende Impulsvorträge zu neuen Projekten aus dem Netzwerk zu hören und am Nachmittag die Inhalte in drei verschiedenen Themenworkshops zu vertiefen.

Die stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Gudrun Schliebener (BApK), begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die erfolgreiche Anti-Stigma– und Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses in diesem Jahr. Dazu hat vor allem die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Social Media Kampagne beigetragen, die mittlerweile über 10 000 Follower hat. Besonders erfreulich ist auch die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. In diesem Jahr konnte der 100. Bündnispartner begrüßt werden. Aktuell sind es schon 105 engagierte Organisationen aus Selbsthilfe, Gesundheitsförderung und Versorgung, die sich bundesweit den Zielen des Aktionsbündnisses angeschlossen haben. Als Träger des Bündnisses schickte auch die DGPPN ein Grußwort ihres Präsidenten Prof. Arno Deister an die Teilnehmer der Jahrestagung. 

Die Koordinatorin Birgit Oehmcke gab einen kurzen Bericht aus der Geschäftsstelle mit einem Rückblick über alle wichtigen Aktionen und Veranstaltungen des Jahres. Ein besonderes Highlight war die 12. Aktionswoche der Seelischen Gesundheit mit dem  Schwerpunktthema „Gestresste Gesellschaft – was tun?“. Wie aktuell diese Frage derzeit ist, zeigte sich an der ungewöhnlich großen Beteiligung: allein in Berlin standen 260 Veranstaltungen auf dem Programm, von denen sich die meisten mit dem Dauerthema Stress und seiner Bewältigung beschäftigten.  

Im Anschluss stellten sich vier neue Mitglieder aus dem Aktionsbündnis vor:

  • Shirley Hartlage informierte die Teilnehmer über den Verein Waage e.V., das Fachzentrum für Essstörungen aus Hamburg.
  • Susanne Ackers von exPEERienced e.V. präsentierte die Arbeit ihres Vereins für selbst betroffene Genesungsbegleiter.
  • “Wir wechseln unser Label jedes halbe Jahr, damit es nicht zum Stigma wird”, so das Motto des Vereins Kellerkinder e.V., der von Thomas Künnecke vorgestellt wurde.
  • Luise Caesar von der Charité präsentierte PSY-Care, eine neue Versorgungsinitiative zur Unterstützung älterer Pflegebedürftiger mit depressiver Verstimmung

Es folgten vier spannende Impulsvorträge zu Best Practice Projekten aus dem Bündnis. Den Anfang machten die Freunde fürs Leben e.V. Der Vorsitzende Gerald Schömbs gab einen Überblick über die aktuelle Kampagne zur Suizidprävention bei jungen Menschen. Christian Zechert vom Dachverband Gemeindepsychiatrie stellte das neue Inklusionsprojekt SOUL LALA vor. Uwe Wegener von Bipolaris e. V. und Martin Schultz vom Berliner Behindertenverband präsentierten DER LAUF & DER MARKT für seelische Gesundheit als Best Practice für neue trialogische Anti-Stigma-Formate. Julia Thimm, Social Media Managerin im Aktionsbündnis, gab ein Update zur Planung einer nationalen Aufklärungskampagne für seelische Gesundheit mit den Bündnispartnern in der AG "Grüne Schleife".

In der Pause hatten die Besucher Gelegenheit, die Ausstellung „Shit Show – a show about shitty feelings“ zu besuchen und sich bei den Machern über das innovative Konzept zu informieren. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sie sich für einen von drei thematischen Schwerpunkten in den Arbeitsgruppen entscheiden. Im ersten Workshop mit dem Titel „Social Marketing – wie erreichen wir online unsere Zielgruppen?“ wurden zeitgemäße digitale Methoden der Öffentlichkeitsarbeit diskutiert. Im Workshop zum Thema „Trialog in Interaktion“ unter der Leitung von Martin Schultz wurden praktische Erfahrungen bei der Entwicklung innovativer Veranstaltungsformate ausgetauscht. Die Teilnehmer des dritten Workshops diskutierten über die weiteren Planungsschritte für eine nationale Aufklärungskampagne. Dabei wurden konkret erste Titelvorschläge und Einsatzmöglichkeiten für das Symbol der grünen Schleife besprochen.

Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse aus allen Workshops zusammengefasst und ein positives Fazit der Jahrestagung 2018 gezogen, bei der vor allem die Vernetzung und der Austausch unter den Mitgliedern im Zentrum stand.    

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