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Woche der Seelischen Gesundheit

Vom 08. bis 18. Oktober 2021 nimmt die Woche der Seelischen Gesundheit in diesem Jahr Familien in den Blick. Unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn und dem Motto Gemeinsam über den Berg Seelische Gesundheit in der Familie werden bundesweit wieder zahlreiche Veranstaltungen sowohl digital als auch live vor Ort stattfinden und über vielfältige Präventions- und Hilfsangebote aufklären.

Alle sind eingeladen, bei verschiedenen Veranstaltungsformaten, Aktionstagen und -wochen die stationären und ambulanten Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennenzulernen. Ob Vorträge, Workshops, Podcasts oder Kunstausstellungen, alle Veranstaltungen tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden.

 

Die Angebote der Woche der Seelischen Gesundheit sind in der Regel kostenfrei und richten sich an alle Generationen und sollen jeden motivieren, offen über seine Probleme zu reden, sich Hilfe zu suchen und vor allem Hilfs- und Beratungsangebote in der Nähe kennenzulernen. Es geht darum, das Schweigen zu brechen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und um frühzeitige Prävention.

 

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unterstützt alle Veranstalter inhaltlich mit fachlichen Informationen und Hilfsangeboten, mit persönlichen Experteninterviews sowie einem Downloadbereich mit vielseitigen Web-Elementen zur Bewerbung aller Veranstaltungen. Darüber hinaus koordiniert das Bündnis den Online-Veranstaltungskalender, das Programmheft für alle Berliner Veranstaltungen sowie die große Auftaktveranstaltung vor Ort in Berlin und im Live-Stream. Jährlich beteiligen sich rund 50 Regionen und Städte mit insgesamt über 600 Präsenz- und Online-Veranstaltungen an der Woche der Seelischen Gesundheit.

2021: Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie

Die Pandemie stellt weiterhin eine große Belastungsprobe dar, insbesondere für Familien, die bereits mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen konfrontiert sind. Das Gefühl von Isolation, Kontaktsperre, Homeschooling und die Herausforderung, berufliche und familiäre Anforderungen zu vereinbaren, bedeuten für Eltern und Kinder oftmals nicht nur Verunsicherung, sondern eine psychische Überlastung.

 

Das Ziel der Aktionswoche ist es, möglichst viele Familien, die Öffentlichkeit sowie Fachleute und Multiplikatoren mit dem Thema und den vielseitigen Veranstaltungen zu erreichen.

Weiterführende Informationen

  • Grußwort des Schirmherrn Jens Spahn

    Psychische Erkrankungen sind oft ein Tabu. Deshalb ist es besonders für Familien wichtig, dass sie in ihrem Alltag Unterstützung erfahren. Die Corona-Pandemie hat die häusliche Situation von betroffenen Familien zusätzlich belastet. Das Motto der diesjährigen Aktionswoche Seelische Gesundheit „Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie“ ist ein gutes Bild dafür, dass es um gemeinsame Kraftanstrengungen geht, um so belasteten Familien zu helfen.

     

    Die in der Aktionswoche bundesweit geplanten mehr als 600 Veranstaltungen vor Ort und digital sollen möglichst viele Familien, die Öffentlichkeit, Verantwortliche aus Kindertagesstätten, Schulen, Behörden und dem Gesundheitssystem erreichen und auf den Unterstützungsbedarf von Familien mit psychisch erkrankten Familienmitgliedern aufmerksam machen. Mit vielen Aktionen sollen betroffene Familien motiviert werden, offen über Sorgen zu reden und sich Hilfe und Unterstützung zu suchen. Das gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die für ihre Nöte keine Ansprechpartner haben, weil ihre Eltern selbst psychisch belastet sind. Für jede Altersgruppe – ob Kinder, Eltern oder Großeltern – finden sich passende Anlaufstellen in der Nähe. Dieses breite Netz regionaler und überregionaler Hilfsangebote wird in zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt.

     

    Die Aktionswoche, durchgeführt vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, wird in diesem Jahr vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell gefördert, damit vorbeugende Maßnahmen bekannter werden und Unterstützungsangebote von betroffenen Familien stärker in Anspruch genommen werden. Die finanzielle Förderung der Aktionswoche trägt außerdem dazu bei, dass sich noch mehr Regionen und Organisationen an den Veranstaltungen beteiligen und die Botschaft der Aktionswoche Seelische Gesundheit noch mehr Menschen erreicht.

     

    Ich freue mich, die Aktionswoche darüber hinaus auch in diesem Jahr mit meiner Schirmherrschaft unterstützen zu können. Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, das die Woche zusammen mit seinen 125 Mitgliedsorganisationen initiiert und koordiniert und die lokalen Veranstalter mit Material und Handreichungen bei der Durchführung unterstützt, ist seit über zehn Jahren ein zuverlässiger und erfolgreicher Partner. Für dieses langjährige und enorme Engagement möchte ich allen Beteiligten ganz herzlich danken. Ich wünsche allen weiterhin viel Tatkraft dafür und alles Gute und viel Erfolg für die Aktionswoche Seelische Gesundheit 2021.

     

    Grußwort als PDF-Download

  • Grußwort der Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    liebe Berlinerinnen und Berliner,

     

    die Berliner Woche der Seelischen Gesundheit findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Seelische Gesundheit in der Familie“

     

    Mittlerweile dauert die Covid-19 Pandemie bereits länger als ein Jahr. Diese Zeit hat den gewohnten Alltag in den Familien vollständig verändert und löst viele Verunsicherungen aus. Von einem Tag auf den anderen wurden Kitas und Schulen geschlossen oder die Präsenzpflicht an Schulen ausgesetzt.

     

    Für viele Kinder und Jugendlichen ist die Schule und das Lernen durch die Covid-19 Pandemie anstrengender als in der Zeit davor. Sie haben Probleme, den schulischen Alltag zu bewältigen. Und es wundert kaum, dass den Kindern und Jugendlichen die gewohnte Tagesstruktur und ihre Freunde fehlen. Es bestehen nur noch begrenzte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Zudem bestehen Einschränkungen im Bereich sozialer Kontakte.

     

    Auch für die Eltern gestaltet sich der Alltag öfter herausfordernd. Viele Eltern sind nicht mehr wie üblich an ihrem Arbeitsplatz und befinden sich überwiegend im Homeoffice. Einige von ihnen unterstützen die Kinder und Jugendlichen zusätzlich bei ihren schulischen Aufgaben. Teilweise kommen zudem existenzielle Sorgen wegen eingeschränkter Verdienstmöglichkeiten, Kurzarbeit oder Verlust des Arbeitsplatzes hinzu. Der Alltag findet auf einmal in den „heimischen vier Wänden“ statt. Und dort konnte es plötzlich mit allen Familienmitgliedern einfach zu „eng“ werden.

     

    Hinzu kommt, dass viele Familien ihre näheren Verwandten über einen längeren Zeitraum nicht mehr sehen konnten. Damit sich die Großeltern nicht anstecken können, wurde auf die regelmäßigen Besuche verzichtet.

     

    Der Alltag kann dann schnell zu einer großen belastenden Herausforderung für alle Familienmitglieder werden. Darunter kann auch die psychische Gesundheit leiden.

     

    In der Familie spielen Themen wie Wegfall von Tagesstruktur, Verlust von Autonomie, Verlust von Lebensqualität, Zukunftsängste, niedergeschlagene oder anders ausgelenkte Stimmungen wie auch Aggressionen eine deutliche Rolle. Diese psychosozialen Stressoren haben, das Potential, langfristig zu psychischen Symptomen oder gar Erkrankungen beizutragen.

     

    Psychische Belastungen wie auch Erkrankungen können in allen Familien vorkommen. Ob ein Kind, oder ein Elternteil erkrankt – betroffen ist immer die ganze Familie. Die Belastung eines Familienmitglieds ist für alle eine große Herausforderung. Es ist darum zentral, dass bei der Bearbeitung der Stresssituation die ganze Familie berücksichtigt wird und alle Unterstützung erhalten: Eltern, Kinder und alle weiteren Bezugspersonen.

     

    Über Ängste, Probleme und Unsicherheiten zu sprechen, ist häufig schwer, aber der erste Schritt zur Verbesserung. Deshalb ist die gesamte Familie gefragt. Sie alle können einen Beitrag leisten, wenn ein Familienmitglied psychisch belastet ist.

     

    Es ist wichtig, dass die Familienmitglieder, nicht nur in Zeiten der Krise, eine Ansprechperson haben, wo sie Gehör finden und durch die belastende Situation begleitet werden.

     

    Beim Thema Gesundheit steht oft die körperliche Gesundheit im Vordergrund. Dabei darf die psychische Gesundheit der Menschen allen Alters nicht außer Acht gelassen werden, sowohl während als auch außerhalb des Krisenmanagements.

     

    Die 15. Berliner Woche der seelischen Gesundheit mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Seelische Gesundheit in der Familie“ greift das wichtige Thema der psychischen Gesundheit bei allen Familienmitgliedern und bietet einen Ort des Gespräches an.

     

    Ich wünsche sowohl allen Veranstaltenden als auch den Teilnehmenden eine interessante Woche und einen konstruktiven Austausch.

     

    Ihre
    Dilek Kalayci

    Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

  • Fachliche Informationen und Hilfsangebote zum Thema der Aktionswoche

    Vertiefende Informationsmaterialien und Hilfsangebote rund um die diesjährigen Themen der Aktionswoche „Seelische Gesundheit in der Familie“ und „Kinder psychisch kranker Eltern“:

     

    • Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) klärt zum Thema Internetnutzung in der Familie in einem Elternratgeber auf.

     

     

    • Auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK e. V.) bietet umfangreiche Informationen und Rat für Familien und Freunde, die einen Menschen mit einer psychischen Erkrankung begleiten, an.

     

    • Neben der umfangreichen Online-Beratung bietet die Caritas auf Ihrer Website informative Ratgeber, Tipps und Erfahrungsberichte zu vielseitigen Themen rund um Familie und Elternschaft an: Wer hilft bei welchen Problemen? Worauf muss ich nach der Geburt eines Kindes achten? Was tun, wenn es in der Beziehung zur Krise kommt?

     

     

     

     

    • Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e. V. hat Hilfen für Familien in der Corona-Krise zusammengestellt.