Workshop: Die Darstellung von Filmfiguren mit psychischen Erkrankungen in Kino und Fernsehen

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Im Rahmen eines eintägigen Workshops Die Darstellung von Filmfiguren mit psychischen Erkrankungen in Kino und Fernsehen am Freitag, den 24. April 2015 im Rautenstrach-Joest-Museum in Köln diskutierten Dramaturgen und Drehbuchautoren mit medizinischen Fachleuten, Betroffenen und Angehörigen über die Wahrnehmung und Wirkung negativer Klischees und ungewollt stereotyper Darstellungen psychisch kranker Filmfiguren und die damit einhergehende Stigmatisierung.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit hatte die Veranstaltung in Kooperation mit der Eckhard Busch Stiftung, der VHS Köln, dem Verband Deutscher Drehbuchautoren und dem Verband für Film-und Fernsehdramaturgie organisiert. Schwerpunkte der sieben Fachvorträge und der anschließenden Diskussion waren zum einen die authentische Darstellung von Betroffenen und ihren Angehörigen in Film und Fernsehen sowie die Notwendigkeit, auch aktuelle Therapien und Behandlungsmethoden in der Psychiatrie in einer nicht angstmachenden Art und Weise in Filmen zu thematisieren.

Eine stereotype und klischeehafte Darstellung der Psychiatrie in den Medien kann Betroffene davon abhalten sich professionelle Hilfe zu suchen. Daher sollten wir im Dialog bleiben und gemeinsam auch am Image unserer Profession arbeiten, wünschte Prof. Wolfgang Gaebel, ärztlicher Direktor des LVR-Klinikums Düsseldorf und Vorsitzender des Aktionsbündnis Seelische Gesundheit. Unterstützt wurde er in diesem Wunsch von seiner Fachkollegin Dr. Iris Hauth, die als Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Leiterin des St-Joseph Krankenhauses in Berlin exemplarisch die Behandlung eines akut an einer Psychose erkrankten jungen Patienten schilderte.

Die Bedeutung einer fundierten Recherche und einer interessierten, vorurteilsfreien Haltung gegenüber den Betroffenen und ihren Familien hoben auch der Musiker Martin Kolbe von der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen und Gudrun Schliebener, Vorsitzende des Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker in ihren Referaten hervor.

Gelungene Beispiele für eine realistische und sensible Darstellungsweise im Film boten zwei Best Practice Beispiele - einmal eine bipolar erkrankte Figur in der TV-Serie Lindenstrasse, sowie der Kinofilm Hirngespinster des jungen Regisseurs Christian Bach, der mit viel Fingerspitzengefühl den Umgang einer Familie mit der Diagnose Schizophrenie nachzeichnet.

Beim abschließenden Info-Café konnten Teilnehmer und Experten sich direkt austauschen und offene Fragen zum Thema klären. Der Drehbuchautoren-Workshop fand im Rahmen eines dreijährigen Medienprojekts statt, das vom Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit koordiniert und durch das Bundesministerium für Gesundheit finanziert und unterstützt wird.

2015-04-24-autoren-workshop_programm.pdf (900.75 KB)


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