600 LEBEN – Gemeinsam Suizide verhindern

Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Abgeordnete aller Fraktionen reichten am 10. September, dem Welttag der Suizidprävention ihre Hand. Gestern haben sich bei der Aktion 600 LEBEN 600 Menschen vor dem Brandenburger Tor versammelt. Sie ließen sich symbolisch für die 600 Menschen unter 25 Jahren, die in Deutschland jedes Jahr durch Suizid sterben, zu Boden fallen.

Aufgeholfen wurde ihnen unter anderem von Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Renate Künast und weiteren Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen. Mit der Aktion wollten die Organisatoren – darunter auch das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit – das Tabu über die Themen Suizid und Depression brechen und gleichzeitig die Politik auf die Hilflosigkeit vieler Betroffener und deren Angehöriger aufmerksam machen.

Ganz nach dem Motto des diesjährigen Welttages der Suizidprävention „Preventing suicide: reaching out and saving lives“ wurden vorab Verantwortliche aus Politik und Gesundheitswesen zur Aktion eingeladen und aufgefordert, ihre Hand zu reichen und den 600 Menschen aufzuhelfen. Dahinter steht der Appell nach mehr politischem Engagement in der Suizidprävention. Konkret fordern die Organisatoren der Aktion 600 LEBEN eine staatliche Aufklärungskampagne zu den Themen Suizid und Depression. Zur Aktion eingeladen wurden neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auch Mitglieder des Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe und die Berliner Staatssekretärin<br />für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner bei der Aktion „600 LEBEN“

Gesundheitsminister Hermann Gröhe und die Berliner Staatssekretärin für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner bei der Aktion 600 LEBEN


Politische Verantwortliche reichten nicht nur symbolisch ihre Hand

Etwa 15 Politikerinnen und Politiker sind der Einladung gefolgt, um ein Zeichen für die Suizidprävention zu setzen. Auch Gesundheitsminister Gröhe war es ein großes Anliegen, die Aktion zu unterstützen. „Ich finde die Aktion ein starkes Signal, denn es geht uns alle an zu helfen und mehr zu tun in der Suizidprävention“, so Gröhe. Zahlreiche weitere Abgeordnete, die aus terminlichen Gründen nicht erscheinen konnten, sprachen dem Aktionsbündnis 600 LEBEN ihre Unterstützung für sein Anliegen aus.

Um 13 Uhr ließen sich die 600 Teilnehmer der Aktion vor dem Brandenburger Tor zu Boden fallen. Dort blieben sie so lange liegen, bis ihnen von einer Politikerin oder einem Politiker die Hand gereicht wurde. Eine Stoppuhr hielt öffentlich fest, wie viel Zeit verstrich, bis allen Menschen aufgeholfen wurde. Zwei Minuten und eine Sekunde vergingen, bis alle Teilnehmenden wieder standen. Mit der Stoppuhr sollte verdeutlicht werden: Je mehr Politikerinnen und Politiker sich für Suizidprävention engagieren, desto schneller kann geholfen werden. Im Anschluss standen die Organisatoren für einen offenen Dialog mit den politischen Mitwirkenden sowie den Teilnehmern zur Verfügung.

Die Beteiligung der Politikerinnen und Politiker und ganz besonders von Minister Gröhe werten die Organisatoren als klares Statement dafür, dass auch von politischer Seite Handlungsbedarf in der Suizidprävention gesehen wird. „Wir freuen uns über alle, die unserer Einladung gefolgt sind. Sie haben heute ein starkes Zeichen für mehr Suizidprävention gesetzt und den Betroffenen sowie ihren Angehörigen ihre Solidarität gezeigt. Nun hoffen wir, dass die Aktion auch Wirkung zeigt und es bald mehr Bewegung in der Suizidprävention gibt. Deshalb sehen wir die diesjährige Aktion 600 LEBEN nicht als Abschluss, sondern als Auftakt unserer politischen Arbeit“, so Catharina Woitke, Vereinsleiterin bei Freunde fürs Leben und Hauptorganisatorin der Aktion 600 LEBEN.

Hintergrund

Jedes Jahr sterben in Deutschland 600 Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren durch Suizid. 10.000 Menschen sind es insgesamt. Somit sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und AIDS zusammen. Es ist die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren (WHO 2014). Dennoch gibt es nach wie vor keine Aufklärungsarbeit durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) haben erstmals im Jahr 2003 den Welttag der Suizidprävention ausgerufen. Das Aktionsbündnis 600 LEBEN hat sich durch das diesjährige Motto des Welttags der Suizidprävention „Preventing Suicide: Reaching Out and Saving Lives” anregen lassen, die Politik aufzufordern, den Betroffenen und ihren Angehörigen die Hand zu reichen. Unterstützt wird die Aktion unter anderem durch die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS), vielen weiteren Partnern aus den Bereichen Suizid, Depression und Seelische Gesundheit sowie der Berliner Sparkasse.

Die Forderung

Letztes Jahr fand die Aktion 600 LEBEN zum ersten Mal statt und hatte zum Ziel, die Öffentlichkeit für die Themen Depression und Suizid zu sensibilisieren. Aufgrund des großen Erfolgs und als konsequente Weiterentwicklung der Aktion richtet sich das Aktionsbündnis 600 LEBEN dieses Jahr gezielt an Politikerinnen und Politiker. Denn es liegt auch in ihrer Verantwortung, die Aufklärungsarbeit zu Suizid und Depression voranzutreiben.

Mit der Aktion 600 LEBEN fordern die Aktionspartner die geladenen Verantwortlichen aus Politik und Gesundheitswesen dazu auf, 600 Menschen symbolisch für die Jugendlichen und jungen Menschen, die jährlich durch Suizid sterben, die Hand zu reichen. Dahinter steht die Erwartung, dass das Tabu über Suizid gebrochen wird und das Thema mehr Aufmerksamkeit von der Politik erhält. Hintergrund der Aktion ist die konkrete Forderung des Bündnisses nach einer nationalen Aufklärungskampagne. Denn nur wenn über Suizid und Depression aufgeklärt wird, kann den Betroffenen und ihren Familien geholfen werden.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung und hoffen, dass Sie in Ihrem Medium auf die Relevanz der Aktion 600 LEBEN hinweisen. Für weitere Informationen oder druckfähiges Bildmaterial stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Bildmaterial, Pressemitteilungen mit allen detaillierten Informationen zur Veranstaltung und den Einladungstext an die politischen Vertreterinnen und Vertreter finden Sie in unserem Downloadbereich:
http://bit.ly/600LEBEN_Downloadbereich

Download: pm15-09-aktion-600leben-2015.pdf (262.21 KB)


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