Nicht arbeiten macht oft kranker

Nach einer längeren Krankheitszeit aufgrund einer psychischen Erkrankung kann es schwer fallen, wieder in den Beruf einzusteigen. Hier greift das gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Ziel ist dabei, die aktuelle Phase der gehäuften Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und neuen Krankheitsphasen vorzubeugen. Als Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag wurde u.a. das sogenannte Hamburger Modell entwickelt. Lesen Sie mehr über beide Programme.

Je länger ein Mitarbeiter krankgeschrieben ist, umso schwieriger ist es, an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Alle psychischen Krisen sind meist langwierig - und so kämpfen fast alle Menschen, die von einem Burnout, einer Depression oder anderen psychischen Problemen betroffen waren, mit der Frage: Wird es mir gelingen, im Beruf, in meinem Team wieder Fuss zu fassen?

Wenn ein Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen am Stück arbeitsunfähig ist, hat der Arbeitgeber die Aufgabe, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) zu beginnen (gesetzliche Grundlage: § 84 des Sozialgesetzbuches IX).

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Besonders bewährt hat sich in den letzten Jahren die stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag. Im sogenannten ,,Hamburger Modell" nimmt der Beschäftigte seine Tätigkeit Schritt für Schritt wieder auf und ist in dieser Zeit weiterhin krankgeschrieben.

Dieses Modell bietet viel Flexibilität für individuelle Abmachungen. Die stufenweise Wiedereingliederung ist eine Massnahme der medizinischen Rehabilitation und wird als Leistung der gesetzlichen Kranken- oder Rentenversicherung gewährt. Hat die berufliche Wiedereingliederung gute Erfolgsaussichten und wird von ärztlicher Seite empfohlen, so hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer - auch Selbstständige, Auszubildende und Teilzeitbeschäftigte - Anspruch auf diese Leistung. Voraussetzung hierfür sind eine längerfristige Krankheit, aufgrund derer es nicht möglich war, einen Beruf auszuüben. Die Teilnahme an der stufenweisen Wiedereingliederung ist freiwillig und muss von ärztlicher sowie von Arbeitgeberseite schriftlich genehmigt sein. Die Phase der Wiedereingliederung dauert in der Regel sechs Wochen bis sechs Monate, kann aber auf zwölf Monate ausgedehnt werden.

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