Gemeinsame Erklärung des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit setzt sich für die Förderung der seelischen Gesundheit und die Aufklärung über psychische Erkrankungen in der Bevölkerung ein mit dem Ziel eines vorurteilsfreien und gleichberechtigten Umgangs mit Menschen mit psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft.

Das Aktionsbündnis will der Öffentlichkeit vermitteln, dass psychische Störungen therapierbare und gerade bei frühzeitiger Behandlung auch heilbare Erkrankungen sind, die jeden von uns betreffen können. Es will über die Chancen der Früherkennung und Prävention informieren und Menschen ermuntern, Hilfe in Anspruch zu nehmen, indem es über die Vielfalt der Anlaufstellen für Hilfesuchende informiert.

Das Bündnis will mit seiner Öffentlichkeitsarbeit über den Wert, aber auch die Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Integration von psychisch erkrankten Menschen informieren und illustrieren, wie Betroffene und ihre Familien an unserer Gesellschaft positiv teilhaben können.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit setzt sich für den Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung der betroffenen Menschen ein. Es will einen gesellschaftlichen Diskurs anstossen, durch den das bislang bestehende Tabu gebrochen wird sowie Ängste und Vorurteile abgebaut werden.

Partner des Aktionsbündnisses

Im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit engagieren sich Betroffene und Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Vertreter aus den Bereichen Medizin, Gesundheitsförderung und Politik. Es bildet ein Netzwerk, das die Förderung der seelischen Gesundheit nach einem ganzheitlichen Ansatz thematisiert, bei dem die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Aspekte des Themas berücksichtigt werden. Schirmherr des Aktionsbündnisses ist der Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr.

Die Partner des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit arbeiten als Kooperationsverbund zusammen, dessen besondere Qualität die Zusammenarbeit vieler Akteure mit ihren spezifischen Kenntnissen und Erfahrungen ist. Partner des Bündnisses können Vereine, Verbände, Initiativen, Organisationen und Einrichtungen werden, die sich mit den Aufgaben des Aktionsbündnisses identifizieren und sich für seine Ziele einsetzen. Die Mitgliedschaft beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit beinhaltet eine aktive Mitarbeit und Engagement bei der Umsetzung eines zukünftigen bundesweiten Antistigma-Programms.

Neben einer aktiven Tätigkeit steht es natürlichen wie juristischen Personen offen, die Arbeit und die Ziele des Aktionsbündnisses zu unterstützen. Die Unterstützung kann dabei ideeller wie finanzieller Natur sein sowie eine Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis im Rahmen einzelner Projekte und Vorhaben beinhalten.

Umsetzung eines bundesweites Antistigma-Programms

Das Aktionsbündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den kommenden Jahren ein öffentlichkeitswirksames, bundesweites Antistigma-Programm unter Einbezug aller Bündnispartner umzusetzen. Dabei findet eine Vernetzung der Projekte und Kampagnen, die heutzutage bereits erfolgreich umgesetzt werden, statt. Die individuelle und unabhängige Umsetzung von Massnahmen auf lokaler Ebene sowie die Arbeit der Selbsthilfe der Betroffenen und Angehörigen werden durch das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unterstützt und gefördert.

Die Umsetzung eines bundesweiten Antistigma-Programms soll folgende Massnahmen beinhalten:

  • Ausbau eines bundesweiten Netzwerks der Antistigma-Initiativen, Aufklärungs- und Präventionsprojekte,
  • Durchführung gemeinsamer Projekte, insbesondere auch zur Prävention,
  • Informations- und Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen u. a. über eine bundesweite Informationskampagne,
  • Entwicklung von Richtlinien zur Weiterbildung von Multiplikatoren und Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Arbeit Kontakt zu psychisch Erkrankten haben,
  • Politische Arbeit zur Aufhebung der strukturellen Diskriminierung und zur Förderung der sozialen Integration seelisch erkrankter Menschen,
  • Obligatorische Evaluierung aller Projekte und Massnahmen.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit will mit der Durchführung dieses Antistigma-Programms einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der seelischen Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland leisten, wie er auch in der Europäischen Erklärung und dem Europäischen Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur psychischen Gesundheit (Helsinki, 2005) sowie im Grünbuch zur psychischen Gesundheit der Europäischen Kommission formuliert ist.

Die unterzeichnenden Partner erklären sich diesen Zielen verpflichtet und bekunden ihre Bereitschaft, durch aktive Beteiligung an dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam zur Verwirklichung der angestrebten Ziele beizutragen. Als Grundlage erarbeiten sie eine gemeinsame Geschäftsordnung, die auch der trialogischen Ausrichtung des Bündnisses Rechnung tragen wird.

September 2010

charta-aktionsbuendnis.pdf (212.39 KB)
Aktualisiert: Februar 2013


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