Mai 2026
Jubiläumsfeier „20 Jahre gemeinsam für psychische Gesundheit”
Am 7. Mai feierte das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit im Auditorium Friedrichstraße in Berlin sein 20-jähriges Bestehen unter dem Motto „20 Jahre gemeinsam für psychische Gesundheit“. Das Fachforum brachte Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik, Versorgung, Selbsthilfe sowie Betroffene und Angehörige zusammen, um auf zwei Jahrzehnte Antistigma-Arbeit zurückzublicken und Zukunftsperspektiven zu diskutieren.
Zum Auftakt begrüßte die Präsidentin des Trägers DGPPN, Prof. Dr. Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des Aktionsbündnisses als gemeinsame, trialogische Kraft im Einsatz für seelische Gesundheit: „Antistigma-Arbeit ist kein Randthema unseres Fachs, sondern gehört zum Kern unseres Selbstverständnisses.“ Das Grußwort von Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, unterstrich die gesundheitspolitische Relevanz nachhaltiger Maßnahmen zur Förderung psychischer Gesundheit wie das aktuelle BMG-geförderte Projekt „MASE – Modellprojekte für Aktionswochen Seelische Gesundheit und deren Evaluation” und wies auf die Relevanz der Grünen Schleife als wichtiges Symbol für mehr Akzeptanz im Umgang mit psychischen Erkrankungen hin.
In seiner Keynote „Antistigma-Forschung 2.0“ gab Prof. Dr. Georg Schomerus einen aktuellen Einblick in wissenschaftliche Fortschritte der Antistigma-Forschung und machte zugleich kritische Entwicklungen deutlich. Im Anschluss zeigte Dr. Laura Wiesböck in ihrem Implusvortrag „Psychische Gesundheit als Social-Media-Trend“, wie stark digitale Öffentlichkeiten heutige Wahrnehmungen prägen und welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben.
Ein zentraler Höhepunkt war die trialogisch besetzte Podiumsdiskussion mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, dem Vorsitzenden des ABSG Dr. Raoul Borbé, Prof. Dr. Georg Schomerus, Dr. Laura Wiesböck, Nele Riepenhusen vom BApK und Kristina Meyer-Estorf vom BPE, moderiert von Sonja Koppitz. Gemeinsam wurde intensiv über die zentrale Funktion der Antistigma-Arbeit in Deutschland diskutiert – mit besonderem Fokus auf Teilhabe, Sensibilisierung und nachhaltige Veränderungsprozesse.
Videogrüße der Gründungspartner – unter ihnen Prof. Dr. Wolfgang Gaebel – und zahlreiche persönliche Glückwünsche aus dem Netzwerk würdigten die Entwicklung des Bündnisses und machten den gemeinsamen Weg der vergangenen 20 Jahre sichtbar.
Musikalisch abgerundet wurde der Abend von den Singing Shrinks, dem weltweit einzigen Chor aus Psychiater:innen und Psychotherapeut:innen, der mit seiner emotionalen Darbietung für einen besonders berührenden Abschluss sorgte.
Erstmals wurde im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung die Ausstellung YOUth Mental Health Matters der Mutmachleute präsentiert, die eindrücklich die Stimmen, Erfahrungen und Perspektiven junger Betroffener in den Mittelpunkt stellt und damit deren Bedeutung für Aufklärung und Entstigmatisierung sichtbar macht.
Im Anschluss an das intensive Programm bot der Empfang den über 150 Gästen Raum für persönliche Gespräche, Austausch und Vernetzung. Die Jubiläumsfeier machte deutlich, wie stark das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit in 20 Jahren gewachsen ist – und wie wichtig der gemeinsame Einsatz bleibt, um Stigmatisierung entgegenzuwirken und psychische Gesundheit in der Gesellschaft weiter zu verankern.
Ein herzlicher Dank gilt allen Gästen, Referierenden und Beteiligten für ihr Kommen und ihre Beiträge sowie dem Träger DGPPN für die langjährige und verlässliche Unterstützung. Wir bedanken uns bei allen Bündnispartnern, die das Aktionsbündnis seit zwei Jahrzehnten mit großem Engagement tragen und weiterentwickeln, sowie bei unserem großen, stetig wachsenden Netzwerk für die kontinuierliche Zusammenarbeit, den offenen Austausch und die gemeinsame Stärke im Einsatz für die seelische Gesundheit.














