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Harry Potter im Fokus der Psychoanalyse 68. Jahrestagung der DGPT vom 15. bis 17. September in Weimar

Veranstaltung

Titel:
Harry Potter im Fokus der Psychoanalyse 68. Jahrestagung der DGPT vom 15. bis 17. September in Weimar
Wann:
Fr, 15. September 2017 - So, 17. September 2017
Wo:
congress centrum neue weimarhalle - Weimar, Thüringen
Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT)

Beschreibung

Berlin, 12. September 2017. Lord Voldemort – der Bösewicht aus der berühmten Harry-Potter-Serie – landet auf der Couch eines Psychoanalytikers: Im Rahmen der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie e.V. (DGPT) wird sich der Tübinger Psychoanalytiker Leopold Morbitzer mit dem „Laios-Komplex“ befassen – dem weitgehend unbekannten Gegenstück zum legendären „Ödipus-Komplex“. Die Tagung der DGPT findet dieses Jahr vom 15. bis 17. September in Weimar statt und steht unter dem Motto „Rebellion gegen die Endlichkeit“.

Laios wird im griechischen Mythos von seinem Sohn Ödipus unwissentlich getötet, der daraufhin seine eigene Mutter heiratet. Beim Laios-Komplex steht – im Gegensatz zur klassischen Sicht des Ödipus – die Perspektive der Eltern bzw. der älteren Generation im Fokus: „Der Laios-Komplex beschreibt die Ambivalenz, unsere Nachkommen einerseits lieben und versorgen zu wollen. Andererseits stellen die Kinder eine unbewusste Bedrohung dar, weil sie den Eltern die eigene Vergänglichkeit spiegeln“, erläutert Morbitzer, der an der Humboldt-Universität Berlin über den Laios-Komplex promoviert. In Laios bzw. der Figur des Schwarzmagiers Lord Voldemort in der Harry-Potter-Geschichte sei die „böse Seite“ dieser Ambivalenz abgespalten.

Morbitzer zeigt dabei frappierende Parallelen auf: „Wie König Laios im Ödipus-Mythos erfährt auch der mächtige Lord Voldemort von einer Prophezeiung, wonach es sein Schicksal sei, durch ein Kind zu sterben“, berichtet der Psychoanalytiker. „Diese Prophezeiung bringt die Lebenstatsache zum Ausdruck, dass jede Generation von der nachfolgenden verdrängt und ersetzt wird.“ Doch Lord Voldemort (frz. vol de mort = Raub des Todes) rebelliert gegen seine Endlichkeit – mit dem Ziel, den Tod zu besiegen und unsterblich zu sein. Wie König Laios seinen Sohn Ödipus als Säugling töten will, versucht deshalb auch Lord Voldemort Harry Potter zu töten, als dieser 15 Monate alt ist. „Ein unzulänglicher, narzisstischer Lösungsversuch – mit dem Preis eines Bruchs zwischen den Generationen“, so Morbitzer: Laios wie auch Lord Voldemort werden jeweils von dem erwachsen gewordenen Kind (Ödipus bzw. Harry Potter) umgebracht. Morbitzer weist darauf hin, dass dieser Generationenkonflikt nicht destruktiv zu werden braucht: Anhand der Beziehung zwischen Harry Potter und seinem Schulleiter Albus Dumbledore wird deutlich, wie die Abfolge der Generationen seine progressive Kraft entfalten kann.

Die Jahrestagung der DGPT ist der größte Psychoanalytiker-Kongress in Deutschland, etwa 750 Teilnehmer werden erwartet. Das Thema „Rebellion gegen die Endlichkeit“ bietet eine Anregung, sich mit alten und neuen Konzeptualisierungen der Psychoanalyse zu befassen. In ihren Vorträgen setzen sich namhafte Psychoanalytiker mit dem Thema Altern und Vergänglichkeit auseinander und suchen dabei die Verbindung zu Nachbardisziplinen wie Kultur-, Geistes-, Sozial-, Musik- und Neurowissenschaften, zu Medizin und Kunst. Neben der Interpretation der Harry-Potter-Geschichte geht es zum Beispiel um Drehbuchtheorie, Schönheitsmedizin, Burnout, den Künstler Alberto Giacometti und den Komponisten Franz Schubert. Behandlungsfehler, Psychodynamik in der analytischen Kinder- und Jugendpsychotherapie sowie Psychoanalyse am Lebensende sind weitere Themen.

Laios und Lord Voldemort" – Vortrag von Leopold Morbitzer
am Samstag 16. September 14.30 Uhr in der Weimarhalle, Seminargebäude, Raum 1

Flyer

Programm und Anmeldung: www.jahrestagung2017.dgpt.de oder unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 030 887163930

Journalisten können sich für den Kongress akkreditieren bei: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ansprechpartner Presse: Dr. Felix Hoffmann, Geschäftsführer DGPT, Tel. 0163 5520497, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anfahrt >>

Die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) e.V. ist der Spitzenverband der psychoanalytischen Fachgesellschaften DGAP, DGIP, DPG und DPV sowie die Fachgesellschaft für die 20 Freien Institute. Die DGPT dient der Pflege, Weiterentwicklung und Verbreitung der Psychoanalyse und vereint psychologische und ärztliche Psychoanalytiker unter einem Dach. Sie versteht sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft und Berufsverband zugleich. Sie stellt Grundanforderungen für die Aus- und Weiterbildung von Psychoanalytikern und tiefenpsychologisch fundiert arbeitenden Psychotherapeuten auf und vertritt die Standes- und Berufsinteressen ihrer ca. 3.500 Mitglieder.

DGPT e.V. Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie Kurfürstendamm 54/55 10707 Berlin Fon: 030 887 16 39 30 Fax: 030 887 16 39 59 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.dgpt.de


Veranstaltungsort

Standort:
congress centrum neue weimarhalle
Straße:
UNESCO Platz 1
Postleitzahl:
99423
Stadt:
Weimar
Bundesland:
Thüringen
Land:
Germany

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