In Deutschland nehmen immer mehr Menschen medizinische Leistungen aufgrund von psychischen Erkrankungen in Anspruch. Dies stellt das Versorgungssystem vor große Herausforderungen. Diejenigen, die sich für eine Behandlung entscheiden, finden oft erst nach mehreren Wochen bis Monaten einen Therapieplatz. Gleichzeitig begeben sich viele Menschen gar nicht erst in Behandlung. Internetgestützte Interventionen, auch E-Mental-Health-Produkte genannt, könnten dabei helfen diese Versorgungslücken zu schließen, sofern sie auf wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Techniken basieren. Sie können als niedrigschwellige, orts- und zeitungebundene Methode eine wertvolle Ergänzung der Regelversorgung sein.

In einigen europäischen Ländern sind diese Programme bereits fest etablierte Komponenten der Regelversorgung. Die Verbreitung von E-Mental-Health-Produkten ist in Deutschland bislang jedoch durch eine fehlende Kostenerstattung eingeschränkt. Im Internet gibt es aber trotzdem schon eine schwer zu überschauende Vielfalt an Angeboten zur Behandlung psychischer Beschwerden. Die Orientierung auf dem Markt ist angesichts dieser Vielzahl an Angeboten schwierig.

Viele internetgestützte Interventionen sind gut wirksam, insbesondere in der Behandlung von Depressionen und Angststörungen. Aber jede wirksame Therapie hat Nebenwirkungen. Hier machen auch internetgestützte Programme keine Ausnahme. Diese Risiken müssen weiter erforscht und kommuniziert werden. Deshalb engagieren sich die DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit in dem von der Europäischen Union geförderten
Projekt eMEN.

eMEN hat sich zum Ziel gesetzt hat, die Nutzungsrate von E-Mental-Health-Technologien zu erhöhen und damit den ungedeckten Bedarf in der Prävention und Behandlung von Menschen mit psychischen Belastungen und Erkrankungen zu reduzieren.

eMEN wird mit 5,36 Mio. Euro vom europäischen Strukturförderungsprogramm „Interreg North-West Europe Innovation Programme“ unterstützt. Das Projekt wird von den Niederlanden aus geleitet und von Partnern in Belgien, Frankreich, Irland, Großbritannien und Deutschland unterstützt, welche ihre jeweilige technologische, klinische, wissenschaftliche und politische Expertise einbringen.

Im Rahmen des Projektes wird ein internationales E-Mental-Health-Netzwerk geschaffen.

Aktueller Newsletter

Veranstaltungstipps zu E-Mental-Health:

Informationsveranstaltung rund um E-Mental-Health am 12. Oktober 2017 in Berlin

Onlinepsychotherapie und E-Mental-Health sind in aller Munde, doch was steckt dahinter? Welche technischen Möglichkeiten gibt es? Und wie wirken diese Programme? 

Am 12. Oktober 2017 – im Rahmen des diesjährigen Weltkongresses – sprechen renommierte Wissenschaftler über die Chancen und Risiken von E-Mental-Health und geben einen Überblick zur aktuellen Studienlage. Die Veranstaltung richtet sich an Ärzte, Therapeuten und die interessierte Öffentlichkeit und vermittelt das notwendige Hintergrundwissen, um verschiedene Programme hinsichtlich ihrer Qualität einschätzen zu können. Psychiater und Psychologen berichten von ihren Erfahrungen mit internetgestützten Psychotherapien im Klinikalltag und stellen konkrete Anwendungen vor. Im Mittelpunkt stehen sowohl begleitete als auch unbegleitete Onlineinterventionen.

Ein weiteres Thema, das adressiert wird, ist die Bedeutung von virtueller Realität für die Behandlung von psychischen Erkrankungen. Das Highlight der Veranstaltung ist ein Start-up Slam: Sechs innovative Unternehmen stellen im Fünf-Minutentakt ihre Ideen zur digitalen Unterstützung der Psychotherapie vor. Zum Schluss können alle vorgestellten E-Mental-Health-Programme vor Ort getestet sowie Fragen diskutiert werden. Die Veranstaltung findet im Rahmen des EU-Projektes „eMEN“ statt und wird von Interreg North-West Europe finanziert. Die DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit sind Projektpartner und verantworten gemeinsam mit dem LVR-Klinikum Düsseldorf die Organisation in Deutschland. eMEN hat sich zum Ziel gesetzt, internetbasierte Interventionen zu fördern und damit die Versorgung in Europa zu verbessern. Weitere Informationen zu diesem EU-Projekt finden Sie auf http://www.nweurope.eu/emen.

Die Teilnahme ist kostenlos, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir Sie, sich vorab über unser Formular anzumelden. 

 

re:publica 17 #LoveOutLoud

9. Mai 2017, 10 Uhr
eMEN Workshop: E-Mental-Health: Was erwarten Nutzer von web-basierten Therapiemodellen und Selbsthilfe-Tools?
re:publica 2017

 

10. Mai 2017, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Gemeindepsychiatrie 2.0 – Chancen und Grenzen von E-Mental-Health II

 

eMEN hat folgende Ziele:

  • Die Möglichkeit zur Vernetzung und zum internationalen Austausch zum Thema E-Mental-Health bei 24 internationalen Veranstaltungen (6 Konferenzen und 18 Seminare in den 6 Partnerländern) zu schaffen.
  • Eine neue kosteneffektive und schnelle Evaluationsmethode sowie standardisierte Tests zum Nachweis von Qualität und Wirksamkeit der E-Mental-Health-Produkte zu erarbeiten.
  • 5 bestehende E-Mental-Health-Produkte (für Depression, Angststörungen und Posttraumatische Belastungsstörungen) weiterzuentwickeln und zu evaluieren.
  • 15 kleinen bis mittleren Unternehmen Unterstützung und Beratung von E-Mental-Health-Entwicklern aus den 6 Partnerländern zukommen zu lassen.
  • Eine transnationale Kooperationsplattform für E-Mental-Health-Wissen, -Innovation, -Entwicklung, -Prüfung, -Umsetzung und -Austausch von Umsetzungsexpertise zu etablieren.
  • Internationale Politikempfehlungen für die Implementierung qualitätsgesicherter E-Mental-Health-Verfahren in den Teilnehmerländern zu erarbeiten.

Folgen Sie eMEN auf twitter @eMEN_EU und erfahren Sie mehr Neuigkeiten zu eMEN unter www.nweurope.eu/emen

Folgen Sie dem Aktionsbündnis auf twitter @absg_de und erhalten Sie News rund um E-Mental-Health und Seelische Gesundheit.

 


Diesen Artikel teilen