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Ausschreibung: DGPPN-Antistigma-Preis 2021– Förderpreis für mehr Akzeptanz psychischer Erkrankungen

Die DGPPN und das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit verleihen in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten DGPPN-Antistigma-Preis – Förderpreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Der Preis zeichnet Projekte, Institutionen und Selbsthilfegruppen aus, die sich für eine nachhaltige gesellschaftliche Integration psychisch erkrankter Menschen in unserer Gesellschaft engagieren. Die Verleihung ist wieder auf dem DGPPN Kongress vom 24.ꟷ27. November 2021 in Berlin geplant. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 06. Juni 2021 möglich.

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Menschen mit psychischen Erkrankungen haben in Deutschland noch immer mit vielen Vorurteilen in ihrem beruflichen und privaten Umfeld zu kämpfen. Dagegen setzt der DGPPN-Antistigma-Preis ein Zeichen. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr wieder Projekte und Initiativen für nachhaltige Integration. Die Preisträger werden im Rahmen des digitalen DGPPN Kongresses vom 26. bis 28. November bekannt gegeben. 

Insgesamt 27 Initiativen aus Forschung, Wirtschaft, Kultur und dem psychosozialen Bereich haben sich in diesem Jahr um den 18. DGPPN-Antistigma-Preis beworben. Die Auszeichnung wird in Kooperation mit dem Aktionsbündnis Seelische Gesundheit und der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Fachjury unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Gaebel,  Vorsitzender des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, hat fünf innovative Projekte ausgewählt, die Menschen mit einer psychischen Erkrankung im privaten und beruflichen Umfeld unterstützen.  

Den ersten Preis in Höhe von 6000 Euro teilen sich die beiden Organisationen bipolaris e. V. und Irre menschlich Hamburg e.V. bipolaris e. V. ist eine Selbsthilfevereinigung für Manie und Depression in Berlin-Brandenburg, die seit 2016 den LAUF & MARKT für seelische Gesundheit in Berlin erfolgreich etabliert hat. Mit der Verknüpfung einer Informations- und Lauf-Veranstaltung konnte bipolaris viele sportbegeisterte Menschen mit dem Thema psychische Gesundheit erreichen. Unter dem Motto „Bewegung für die Seele“ engagiert sich der Verein auch dafür, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen sportliche Aktivität als Unterstützung und ergänzende Therapie kennenlernen.
 
Der Verein Irre menschlich Hamburg e. V. wird für sein langjähriges Engagement für den Trialog ausgezeichnet. Das Besondere: Alle Projekte werden von Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten gemeinsam entwickelt. Aktuelles Beispiel ist ein Antistigma-Modul für Medizinstudierende, das künftige Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen für die Belange psychisch erkrankter Menschen sensibilisieren will. Daneben hat der Verein ein partizipatives Training für Mitarbeiter der Akutpsychiatrie entwickelt. Ziel ist es, praxisrelevante Kompetenzen für Klinikpersonal zu vermitteln, um kritischen Situationen vorzubeugen und diese zu entschärfen. Gewürdigt wird auch das Online-Suizidpräventions-Programm „8 Leben: Erfahrungsberichte und Wissenswertes zum Thema Suizid“.
 
Der zweite Preis in Höhe von 4000 Euro geht ebenfalls an zwei Projekte: Zum einen an das Projekt Jung und Freudlos – Psychiatrie im Podcast, das seit zwei Jahren von Mitarbeitern der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg erfolgreich betrieben wird. Der Podcast, der mittlerweile 35.000 Hörer pro Monat erreicht, will Themen rund um psychische Gesundheit auf sachliche und gleichzeitig humorvolle Art und Weise einem breiten Publikum zugänglich machen. Zum anderen geht der zweite Preis auch an die Filmemacherin Andrea Rothenburg aus Bad Segeberg für ihr Projekt Psychiatrie-Filme. Seit Jahren produziert die Projektbeauftragte für Kinder psychisch kranker Eltern des Psychiatrischen Krankenhauses Rickling (Schleswig-Holstein) Radio- und Fernsehbeiträge und zum Teil selbst finanzierte Dokumentarfilme über Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Kinder. Beide Preisträger  freuen sich über jeweils 2000 Euro.
 
Mit einem Anerkennungspreis wurde außerdem die AUDI AG für Ihre Kampagne „Jeder hat Psyche. Warum nicht darüber reden?“ gewürdigt. Das Projekt des internen Gesundheitsmanagements in Zusammenarbeit mit der AUDI BKK zielt damit auf einen Kulturwandel und ein vertrauensvolles Betriebsklima im Unternehmen ab, das Mitarbeitern sowie Führungskräften ermöglicht, ohne Scham und Vorbehalte offen über das Thema psychische Gesundheit zu reden.   

Weitere Informationen: www.dgppnkongress.de


Im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung fällt heute der Startschuss für das bundesweite Präventionsprojekt „Offensive Psychische Gesundheit“ der drei Bundesministerien BMAS, BMG und BMFSFJ. Mehr gesellschaftliches Bewusstsein für psychische Erkrankungen und bessere Aufklärung sind zwei der erklärten Ziele. Die DGPPN und ihr Aktionsbündnis Seelische Gesundheit unterstützen die Initiative als First Starter von Anfang an.

Psychische Erkrankungen zählen in Deutschland zu den Volkskrankheiten. Knapp 18 Millionen Erwachsene (fast 28 Prozent) sind jedes Jahr betroffen. Mit am häufigsten treten Angsterkrankungen, gefolgt von affektiven Störungen wie Depressionen oder solche durch den Konsum von Alkohol oder Medikamenten auf. Auch Demenzerkrankungen zählen zu den psychischen Erkrankungen mit den stärksten Beeinträchtigungen. Ersten Studien zu Folge haben sich durch die Pandemie in den letzten Monaten Ängste, Stress und Sorgen in der Bevölkerung noch verstärkt. Dennoch werden psychische Erkrankungen nach wie vor oft tabuisiert. Deshalb unterstützen die DGPPN und ihr Aktionsbündnis Seelische Gesundheit als First Starter die „Offensive Psychische Gesundheit“ der drei Bundesministerien Arbeit und Soziales (BMAS), Gesundheit (BMG) und Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und begrüßen die Initiative als wichtiges Zeichen zur richtigen Zeit.

Dazu DGPPN-Präsident Prof. Andreas Heinz:

“Der Schlüssel zu psychischer Gesundheit liegt in der Stärkung der Prävention, Behandlung und Rehabilitation von psychischen Erkrankungen. Die Angebote müssen besser vernetzt und niedrigschwellig zugänglich sein. Zusammen mit einer Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung kann so die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen befördert und deren Entstigmatisierung vorangetrieben werden. Darum unterstützen wir die Offensive!”

Als zentrale Fachgesellschaft für psychische Gesundheit setzt sich die DGPPN auf verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Handlungsfeldern für Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit ein, die auch nach der Pandemiekrise Bestand haben. Nicht nur die „Offensive Psychische Gesundheit“ (siehe Live-Stream Pressestatement Bundesminister Hubertus Heil ab 13:45 Uhr), sondern auch die vor Kurzem ins Leben gerufene „Nationale Demenzstrategie“ von BMFSFJ und BMG, bei der die DGPPN ebenfalls als Akteur mitwirkt, sind wichtige Wegmarken in diese Richtung.

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit in Trägerschaft der DGPPN betreibt auf Seiten der Selbsthilfe intensive Aufklärungs- und Antistigma-Arbeit. Als nationales Netzwerk mit derzeit fast 120 Mitgliedsorganisationen ist es Ausrichter der bundesweiten „Aktionswoche der Seelischen Gesundheit“, die in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Kraft durch die Krise“ am 9. Oktober in Berlin startet. Landesweit werden zahlreiche Veranstaltungen und Kampagnen rund um den Welttag der Seelischen Gesundheit zum Thema Corona und Psyche informieren.

Anlässlich des Welttags der Seelischen Gesundheit 2019 hat das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit im vergangenen Jahr die Kampagne „Grüne Schleife für mehr Akzeptanz für psychische Erkrankungen“ in Deutschland initiiert. Das signalstarke Symbol, das bereits international etabliert ist, wirbt für einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen und den betroffenen Menschen. Über 150.000 Menschen haben sich inzwischen in Deutschland der Bewegung angeschlossen und tragen die Schleife als Zeichen ihrer Solidarität.

Unter dem diesjährigen Leitthema „Psychiatrie und Psychotherapie in der sozialen Lebenswelt“ verbindet der DGPPN Kongress all diese Initiativen. Vom 26. bis 28. November geht er als ausschließlich digitale Veranstaltung auf dem Kongressportal online. Er wird sich vorrangig den Folgen der Pandemiekrise im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit widmen, hält aber auch einen Schwerpunkt zum Thema gesellschaftliche Ausgrenzung und psychische Gesundheit bereit. Dem Einfluss von Wohnungslosigkeit und Rassismus auf die psychische Gesundheit kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu. Journalisten können sich vorab kostenfrei akkreditieren.

Weitere Infos zur Offensive Psychische Gesundheit finden Sie unter: https://inqa.de/



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