Pressemitteilung, 26. Sept. 2018

Das Empowerment (im Sinne von „Selbstbefähigung und Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht, Autonomie und Selbstverfügung“) von Menschen, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind, ist nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Betreuer von Nutzen. Empowerment von Betroffenen ist auch ausschlaggebend für die Entwicklung patientenorientierter, effizienter und kosteneffektiver Gesundheitssysteme.

So lautet die Kernbotschaft des Call-to-Action von GAMIAN-Europe.

Der Call-to-Action, der von einer Vielzahl führender Akteure aus dem Bereich psychische Gesundheit auf nationaler und EU-Ebene entwickelt wurde, befasst sich damit, was konkret unternommen werden kann, um aktuellen Trends, die Selbstbestimmung von Menschen mit psychischen Erkrankungen einzuschränken, etwas entgegen zu setzen.

GAMIAN-Europe ist eine patientenorientierte Organisation, die sich für die Rechte  von psychisch erkrankten Menschen einsetzt. Sie hat diesen Call-to-Action vorangetrieben, um auf die enorme Prävalenz und die Auswirkungen von psychischen Erkrankungen hinzuweisen:  11% der europäischen Bevölkerung sind jedes Jahr von psychischen Störungen betroffen. Der Anteil der nationalen Gesundheitskosten im Bereich psychische Gesundheit liegt in der EU zwischen 4% und 13%.

Psychische Gesundheitsprobleme gehen mit erheblichen Kosten und Konsequenzen einher, die sich auf Betroffene, Familien und Pflegepersonen, Gesundheits- und Sozialsysteme sowie auf die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes auswirken. Folglich besteht ein großer Bedarf, diese Bedingungen effektiv und angemessen zu verbessern. Selbstbestimmte Patienten, die ihre Pflege und Behandlung selbstständig verwalten, können dabei hilfreich sein.

Während in den letzten Jahren die Bedeutung und die Notwendigkeit des Empowerments der Patienten für den Gesundheitsbereich allgemein an Bedeutung gewonnen hat  ist dies bei psychisch erkrankten Menschen nicht der Fall. In Bezug auf ihre körperliche Gesundheit werden Patienten im Allgemeinen als ausreichend kompetent betrachtet, um ihre Behandlung und Pflege selbst zu verwalten - im Gegensatz zu Patienten, die von psychischen Erkrankungen  betroffen sind. Der Call-to-Action möchte daher betonen, dass die meisten Menschen mit psychischen Erkrankungen die Kompetenz haben, sich selbst um ihre Behandlung und Pflege zu kümmern.

Es ist offensichtlich, dass die Wahrnehmung der Patienten sowie die Dienstleistungen, die sie in Anspruch nehmen können, geändert werden müssen, um dem Bedürfnis nach mehr Empowerment und Patientenbeteiligung im Bereich der psychischen Gesundheit Rechnung zu tragen. Der Call-to-Action fordert daher die verschiedenen beteiligten Stakeholder auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um in ihrem jeweiligen Umfeld und Fachbereich Fortschritte zu erzielen.

Der Call-to-Action wurde bereits von  25 EU-weiten und nationalen Organisationen im Bereich  der psychischen Gesundheit sowie von einer Reihe von Mitgliedern des Europäischen Parlaments unterstützt. GAMIAN-Europe lädt nun alle interessierten Organisationen herzlich dazu ein, die Aufforderung ebenfalls zu unterstützen, da eine größere Verbreitung der  Grundsätze und Empfehlungen die Umsetzung in der EU anstoßen und vereinfachen wird.

Hinweise für Redakteure:

GAMIAN-Europe (Global Alliance of Psychiatric Advocacy Networks-Europe) ist eine von Patienten initiierte pan-europäische Organisation. Sie vertritt die Interessen von Menschen  die von psychischen Erkrankungen betroffen sind und setzt sich für deren Rechte ein. Hauptziele sind: Interessenvertretung, Information und Bildung, Entwicklung von Partnerschaften und Ausbau von Ressourcen.

Presse Mitteilung PDF (in englischer Sprache)

Weitere Informationen sowie eine Liste der unterstützenden Organisationen finden Sie auch unter www.gamian.eu

Kontakt: Christine Marking

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Tel.: +32 475 921635


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