Diskussionsrunde zum Umgang mit Einsamkeit.

Das Problem zieht sich durch die gesamte Gesellschaft und durch alle Altersgruppen. Aber niemand gibt gerne zu, dass er einsam ist. Der Weg in die Einsamkeit ist selten selbst gewählt, sondern in der Biographie eines Menschen begründet. Krankheit und gesellschaftliche Entwicklungen können ihrerseits zu einem verstärkten Gefühl von Einsamkeit bei jedem Einzelnen beitragen. Mit der Scham und der Angst, die daraus folgt, ist jeder mit sich noch mehr alleine. Darüber wollen wir mit unseren Experten reden: Was passiert, wenn Seele und Körper in die Isolation gehen, bis sie krank werden?

Uns interessiert:

  • Macht Einsamkeit krank oder führt Krankheit in die Einsamkeit?

  • Was bedeutet Einsamkeit für die psychische Gesundheit?

  • Was hilft, wenn Einsamkeit droht? Wie kann ich mich davor schützen?

  • Vereinsamt unsere Gesellschaft und was lässt sich dagegen tun?

  • Brauchen wir auch in Deutschland ein „Einsamkeitsministerium“?

 

Einsamkeit— nur ein subjektives Gefühl? In jedem Fall aber ein Ausdruck für ein Ungleichgewicht zwischen tatsächlichen und gewünschten sozialen Beziehungen. Einsamkeit kann entstehen, wenn ich weniger enge Bindungen habe, als ich mir wünsche, und Einsamkeit kann chronisch werden sowie die Psyche krank machen. Auch eine schwere Krankheit, Stress, Lärm und Anonymität können zur Vereinsamung führen und zum Risikofaktor für die psychische Gesundheit werden.


Darüber wollen wir sprechen mit

  • Arno Deister (Moderation)
    Psychiater und Präsident der DGPPN

  • Viktor Staudt
    Betroffener

  • Mazda Adli
    Psychiater und Stressforscher

  • Eva-Lotta Brakemeier
    Psychologin und Verhaltenstherapeutin


Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen: www.dgppn.de

 

 

„Gelebter Trialog – Best Practice und gemeinsames Engagement“ lautete das Motto der Jahrestagung 2018 des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit am 25. Oktober. Auch diesmal trafen sich wieder zahlreiche der über 100 Bündnispartner in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, um spannende Impulsvorträge zu neuen Projekten aus dem Netzwerk zu hören und am Nachmittag die Inhalte in drei verschiedenen Themenworkshops zu vertiefen.

Die stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Gudrun Schliebener (BApK), begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die erfolgreiche Anti-Stigma– und Öffentlichkeitsarbeit des Bündnisses in diesem Jahr. Dazu hat vor allem die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Social Media Kampagne beigetragen, die mittlerweile über 10 000 Follower hat. Besonders erfreulich ist auch die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen. In diesem Jahr konnte der 100. Bündnispartner begrüßt werden. Aktuell sind es schon 105 engagierte Organisationen aus Selbsthilfe, Gesundheitsförderung und Versorgung, die sich bundesweit den Zielen des Aktionsbündnisses angeschlossen haben. Als Träger des Bündnisses schickte auch die DGPPN ein Grußwort ihres Präsidenten Prof. Arno Deister an die Teilnehmer der Jahrestagung. 

Die Koordinatorin Birgit Oehmcke gab einen kurzen Bericht aus der Geschäftsstelle mit einem Rückblick über alle wichtigen Aktionen und Veranstaltungen des Jahres. Ein besonderes Highlight war die 12. Aktionswoche der Seelischen Gesundheit mit dem  Schwerpunktthema „Gestresste Gesellschaft – was tun?“. Wie aktuell diese Frage derzeit ist, zeigte sich an der ungewöhnlich großen Beteiligung: allein in Berlin standen 260 Veranstaltungen auf dem Programm, von denen sich die meisten mit dem Dauerthema Stress und seiner Bewältigung beschäftigten.  

Im Anschluss stellten sich vier neue Mitglieder aus dem Aktionsbündnis vor:

  • Shirley Hartlage informierte die Teilnehmer über den Verein Waage e.V., das Fachzentrum für Essstörungen aus Hamburg.
  • Susanne Ackers von exPEERienced e.V. präsentierte die Arbeit ihres Vereins für selbst betroffene Genesungsbegleiter.
  • “Wir wechseln unser Label jedes halbe Jahr, damit es nicht zum Stigma wird”, so das Motto des Vereins Kellerkinder e.V., der von Thomas Künnecke vorgestellt wurde.
  • Luise Caesar von der Charité präsentierte PSY-Care, eine neue Versorgungsinitiative zur Unterstützung älterer Pflegebedürftiger mit depressiver Verstimmung

Es folgten vier spannende Impulsvorträge zu Best Practice Projekten aus dem Bündnis. Den Anfang machten die Freunde fürs Leben e.V. Der Vorsitzende Gerald Schömbs gab einen Überblick über die aktuelle Kampagne zur Suizidprävention bei jungen Menschen. Christian Zechert vom Dachverband Gemeindepsychiatrie stellte das neue Inklusionsprojekt SOUL LALA vor. Uwe Wegener von Bipolaris e. V. und Martin Schultz vom Berliner Behindertenverband präsentierten DER LAUF & DER MARKT für seelische Gesundheit als Best Practice für neue trialogische Anti-Stigma-Formate. Julia Thimm, Social Media Managerin im Aktionsbündnis, gab ein Update zur Planung einer nationalen Aufklärungskampagne für seelische Gesundheit mit den Bündnispartnern in der AG "Grüne Schleife".

In der Pause hatten die Besucher Gelegenheit, die Ausstellung „Shit Show – a show about shitty feelings“ zu besuchen und sich bei den Machern über das innovative Konzept zu informieren. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sie sich für einen von drei thematischen Schwerpunkten in den Arbeitsgruppen entscheiden. Im ersten Workshop mit dem Titel „Social Marketing – wie erreichen wir online unsere Zielgruppen?“ wurden zeitgemäße digitale Methoden der Öffentlichkeitsarbeit diskutiert. Im Workshop zum Thema „Trialog in Interaktion“ unter der Leitung von Martin Schultz wurden praktische Erfahrungen bei der Entwicklung innovativer Veranstaltungsformate ausgetauscht. Die Teilnehmer des dritten Workshops diskutierten über die weiteren Planungsschritte für eine nationale Aufklärungskampagne. Dabei wurden konkret erste Titelvorschläge und Einsatzmöglichkeiten für das Symbol der grünen Schleife besprochen.

Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse aus allen Workshops zusammengefasst und ein positives Fazit der Jahrestagung 2018 gezogen, bei der vor allem die Vernetzung und der Austausch unter den Mitgliedern im Zentrum stand.    

Noch mehr Fotos finden Sie in unserer Galerie bei Facebook.

 

 

 

Das Netzwerk von Geschwistern psychisch erkrankter Menschen lädt ein zum Geschwistertreffen.
Das Treffen dient dem Kennenlernen und dem Austausch von Geschwistern psychisch erkrankter Menschen. Neben zwei einführenden Kurzvorträgen stellt sich das Geschwister-Netzwerk vor, berichtet über den aktuellen Stand des Netzwerkes, sowie über die Kommunikationen mit Geschwistern und weiteren Personen außerhalb des allen zugänglichen Forums.

In der letzten Stunde des Treffens müssen wir außerdem folgende Entscheidungen treffen:

  • Welche Struktur gibt sich das Netzwerk?
  • Wer ist bereit, sich durch Mithilfe an den zu erledigenden Aufgaben zu beteiligen?
  • Welche Funktionen/Aufgaben können und sollen von den Aktiven jeweils übernommen werden?

Wann? Am Sa, 10. November 2018, 10:00 Uhr - 16:30 Uhr im Ständehaus des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Kassel, Hessen

Weitere Informationen

Anmeldung über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel
v.l.n.r.: Anna Gleiniger, Dr. Bechdolf, Silvio Heinevetter, Dr. Hauth, Dr. Gilan, Dr. Götz, Ludwig Engel

Zum Start der 12Berliner Woche der Seelischen Gesundheit veranstaltete das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine öffentliche Talkrunde unter dem Motto „Gestresste Gesellschaft – was tun?“ im Maison de France. Über 100 Besucher waren an den Ku´damm gekommen, um von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen mehr über das  Schwerpunkthema der Aktionswoche zu erfahren.

Staatssekretär Boris Velter von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eröffnete die Woche in Vertretung der Schirmherrin und Senatorin Dilek Kolat. Nach einer Video-Botschaft von Dr. Eckhart von Hirschhausen gab es einen spannenden Impulsvortrag von Dr. Donya Gilan vom Deutschen Resilienz-Zentrum in Mainz. Sie stellte die Resilienz oder auch seelische Widerstandskraft als ein proaktives Konzept gegen die allgegenwärtige Stressbelastung vor. Die gute Nachricht dabei lautet: Resilienz ist erlernbar und kann in jedem Lebensalter trainiert werden. Dr. Gilan sieht die Verantwortung für die seelische Gesundheit jedoch nicht nur bei jedem Einzelnen, sondern auch bei Arbeitgebern und Politikern, die den Rahmen für unser Zusammenleben vorgeben.

Die anschließende Expertenrunde wurde von Dr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee und Past President der DGPPN geleitet. Sie befragte Fachlaute aus verschiedenen Bereichen zu Ursachen und Lösungsansätzen für den gefühlten Dauerstress, in dem sich unsere Gesellschaft befindet. Handball Nationaltorwart Silvio Heinevetter plädierte für mehr sozialen Austausch und Zusammenhalt, wie er z.B. im Mannschaftssport praktiziert wird: „Für mich ist vor allem Sport in der Gemeinschaft ein Werkzeug, das unabhängig von Alter, Geschlecht und körperlicher Fitness für mehr seelische Gesundheit sorgen kann“. Prof. Andreas Bechdolf, Psychiater und Chefarzt am Vivantes Klinikum am Urban betonte die dringend notwendige Unterstützung der jungen Menschen in Berlin. Sie haben oft ein erhöhtes Risiko für eine psychische Erkrankung und nehmen nur selten professionelle Hilfe in Anspruch. Abhilfe sollen offene Angebote wie die neue Begegnungsstätte „Soulspace“ in Kreuzberg schaffen.

Welche Rolle das hektische Leben in der Großstadt Berlin für die seelische Gesundheit spielt, hat Stadt-und Zukunftsforscher Ludwig Engel im Rahmen des interdisziplinären Forums für Neurourbanistik an der Charité untersucht. Sein Fazit: Das Leben in Berlin ist viel besser als sein Ruf, da es in der Stadtlandschaft noch genügend öffentlichen Raum für Begegnung und die freie Entfaltung der Bewohner gibt. Dr. Thomas Götz, Landesbeauftragter für Psychiatrie in Berlin, sieht dennoch die Politik in der Verantwortung, mehr für die Prävention psychischer Erkrankungen zu tun. Berlin verfüge zwar über gute medizinische Versorgungsstrukturen, doch müssten die einzelnen Bereiche der öffentlichen Verwaltung noch viel stärker für das Thema sensibilisiert werden.    

Zum Abschluss des Abends stellte Anna Gleiniger, Projektleiterin bei der Online Suizidprävention U25 der Caritas, die Aktion „Ein Gespräch kann Leben retten“ vor. Dabei wollen  Ehrenamtliche und Mitarbeiter von U25 einen Tag lang in einem Sonderzug der Berliner S-Bahn mit Fahrgästen ins Gespräch kommen und über seelische Erkrankungen aufklären. Die Berliner Aktionswoche wird seit ihrer Gründung 2006 vom Berliner Senat finanziell unterstützt. Auch die Aktion Mensch hat die Auftaktveranstaltung im Rahmen ihrer Förderaktion „Noch viel mehr vor“ mitfinanziert. 



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