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Um Infektionen mit dem Coronavirus zu vermeiden, gilt derzeit, direkte soziale Kontakte weitestgehend zu reduzieren. Dies kann sich problematisch auf therapeutische Angebote wie ambulante Therapien und persönliche Beratungen auswirken. Hier können therapeutische digitale Video- und Online-Angebote, sogenannte E-Mental-Health-Anwendungen, einen wichtigen Beitrag leisten.

Welche Online-Therapien sind wirklich hilfreich?

Neben Gesprächskontakten via Videotechnologie sind auch Online-Therapie- oder Selbstmanagement-Programme hilfreich bei der Überbrückung der Corona-Krise. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat dazu wissenschaftlich fundierte und kostenlose E-Mental-Health-Angebote veröffentlicht. Zudem können die von der DGPPN in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie entwickelten Qualitätskriterien Ärzten, Psychotherapeuten und nicht zuletzt den Nutzern dabei helfen, wirksame und empfehlenswerte internetbasierte Selbstmanagementinterventionen auszuwählen.

Folgende wissenschaftlich fundierte und kostenlose Online-Therapieprogramme sind derzeit bekannt:

  • moodgym ist ein Online-Selbsthilfeprogramm zur Vorbeugung oder Verringerung von depressiven Symptomen
  • Das iFightDepression Tool ist ein normalerweise vom Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten begleitetes Selbstmanagement-Programm für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren der Stiftung Deutsche Depressionshilfe e. V., das derzeit Betroffenen auch ohne Begleitung zugänglich ist.

Weitere hilfreiche Online-Angebote:

  • Das Portal psychenet.de bietet wissenschaftlich fundierte Informationen für Betroffene mit psychischen Belastungen und Erkrankungen und ihren Angehörigen.
  • Die KrisenKompass-App der TelefonSeelsorge ist ein kostenloser „Notfallkoffer für die Hosentasche“. Es stehen unter anderem Funktionen bereit, die auch in der Psychotherapie genutzt werden, wie zum Beispiel die Aufzeichnung von Stimmungen als Tagebuchfunktion oder das Anlegen eines Safety-Plans.
  • Die „angstfrei.news“ der Deutschen Angst-Hilfe e. V. sind ein Wegweiser für Menschen mit Angsterkrankungen durch die Corona-Informationsflut des Internets und der sozialen Netzwerke. „Angstfreie“ Nachrichten werden kuratiert und täglich um 8:00 Uhr und um 20:00 Uhr zur Verfügung gestellt.
  • Die BDP-Corona-Hotline bietet professionelle psychologische Beratung per Telefon an. Sie richtet sich an alle, die durch die Corona-Krisensituation psychisch belastet sind, indem sie beispielsweise unter der häuslichen Isolation leiden, den sozialen Rückhalt vermissen, die Struktur im Alltag verlieren oder unsicher sind wie es weitergeht.
  • starkdurchdiekrise.de ist eine bundesweite Initiative zur psychologischen Unterstützung der Bevölkerung und bietet u.a. eine kostenfreie Hotline zur psychologischen Erstversorgung und ein Corona-Online-Training mit psychologischer Begleitung.

Weitere aktuelle Empfehlungen für Online-Angebote finden Sie hier auf der Webseite der DGPPN.

Mehr Informationen zum e-Mental-Health-Projekt eMen finden Sie hier.

 

 

 

 

Dass die Folgen der Coronakrise alle Menschen vor psychische Herausforderungen stellen, ist jetzt schon deutlich spürbar. Doch ganz besonders psychisch erkrankte Menschen leiden unter den Maßnahmen der Pandemieeindämmung.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat aus diesem Grund einen Wegweiser für psychisch erkrankte Menschen in der Coronakrise zusammengestellt. Neben allgemeinen Informationen zur aktuellen psychotherapeutischen Versorgung finden Sie dort psychotherapeutische Angebote, sowie Krisenhotlines für alle deutschen Bundesländer.

Hier gelangen Sie zum Wegweiser für psychisch erkrankte Menschen in der Coronakrise.

 

 

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit,

plötzlich finden wir alle uns in einer Situation wieder, die es so noch nie gegeben hat. In diesen Zeiten zeigt sich, wie stark wir als Gemeinschaft sein können und was echte Solidarität jenseits von Lippenbekenntnissen bedeutet.

Viele unserer Mitgliedsverbände und auch das Aktionsbündnis selbst sind derzeit in einer ernsten Lage: Die Projektgelder für die bundesweite Aktionswoche der seelischen Gesundheit sind uns weggebrochen.

Für 2020 brauchen wir Ihre Hilfe!

Dass die Folgen der Corona-Krise jede Familie in Deutschland vor psychische Herausforderungen stellen, ist jetzt schon deutlich spürbar. Daher ist unsere Aktionswoche gerade 2020 vielleicht so wichtig wie nie. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, mit wertvollen Informationen und konkreten Angeboten der Aktionswoche praktische Unterstützung zur Bewältigung der Ausnahmesituation zu leisten.

Aktuell fehlen allerdings die finanziellen Mittel, um unsere Arbeit so aufrecht zu erhalten, dass wir die bundesweite Aktionswoche und die geplante zentrale Auftaktveranstaltung am 9. Oktober organisieren und umsetzen können.

Das bedeutet: 2020 kommt es mehr denn je auf die Stärke des Bündnisses an.

Helfen Sie uns, Menschen mit psychischen Erkrankungen in der aktuellen Krise zu helfen! Spenden Sie jetzt – jeder Euro hilft:

Empfänger: DGPPN e.V.

Bank: HypoVereinsbank München

IBAN: DE58 7002 0270 0000 5095 11

BIC: HYVEDEMMXXX

Betreff: „Aktionswoche Seelische Gesundheit“

Die DGPPN, die als Träger das Konto treuhänderisch verwaltet, ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt (VR 26854B, Amtsgericht Charlottenburg). Für Spenden ab einer Höhe von über 50 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung. Hierfür ist es notwendig, dass Sie Ihre Adresse auf dem Überweisungsträger angeben.

Das ist die Chance für wahre Solidarität – retten wir die Aktionswoche 2020! Sind Sie dabei? Dann geben Sie uns ein kurzes Zeichen.

Ihr Team vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

 

 

 

 

Der Ausbruch des neuen Coronavirus macht vielen Menschen Angst. Die massiven Einschränkungen im Alltagsleben verstärken die psychische Belastung zusätzlich. Um mit der Krisensituation hilfreich umzugehen, ist es aber entscheidend, das seelische Gleichgewicht nicht zu verlieren. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat fünf Empfehlungen zusammengestellt, die dabei helfen können und die wir hier gern an sich weitergeben möchten.

1. Informiert bleiben – aber richtig
Zurzeit geistern viele Falschmeldungen zum Coronavirus durch das Internet und auch andere Medien, die unnötig verunsichern und verängstigen. Nutzen Sie deswegen nur vertrauenswürdige Informationsquellen wie etwa Hinweise des Bundesgesundheitsministeriums, des Robert Koch-Instituts oder der Weltgesundheitsorganisation. Vermeiden Sie exzessiven Medienkonsum. Pushnachrichten auf dem Handy oder ständig laufende Nachrichtensendungen können Stress verursachen und Sorgen verstärken. Informieren Sie sich regelmäßig, aber bewusst.
 
2. Den Alltag positiv gestalten
Wenn der gewohnte Tagesablauf und soziale Kontakte wegbrechen, stellt das eine Herausforderung für die Psyche dar. Es ist dann normal, wenn das seelische Gleichgewicht darunter leidet und es Ihnen schwerfällt, sich auf die neuen Situationen einzustellen. Bestimmte tägliche Routineabläufe mit festen Zeiten für Schlaf und Mahlzeiten helfen dabei, innere Stabilität zu bewahren. Wenn Sie von zu Hause arbeiten, ist es sinnvoll, ähnliche Zeiten einzuhalten wie am Arbeitsplatz.
Um das seelische Gleichgewicht nicht zu gefährden, sollte man jetzt auch besonders darauf achten, den Alltag mit Aktivitäten und Gewohnheiten auszugestalten, die zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden beitragen können: Gönnen Sie sich z. B. gesunde Mahlzeiten, ausreichend Schlaf, Bewegung (falls draußen nicht möglich z. B. Gymnastikübungen in der Wohnung) und Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen und Ihnen guttun.
 
3. Sich austauschen und einander helfen
Auch wenn Begegnungen mit wichtigen und geliebten Menschen von Angesicht zu Angesicht zurzeit sehr eingeschränkt sind, gibt es doch heutzutage viele Möglichkeiten, trotzdem miteinander in Kontakt zu bleiben. Sich mit Freunden und Familienangehörigen über Sorgen, Gefühle und den praktischen Umgang mit der Krise auszutauschen, kann enorm entlasten und Stress reduzieren. Insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen ist es wichtig, sich in dieser Situation nicht alleingelassen zu fühlen. Ein Anruf, eine Nachricht oder ein Brief können viel bewirken und die Botschaft „du bist nicht allein“ vermitteln. Nutzen Sie auch Videoanrufe über Smartphone oder Computer, sofern möglich. Das hilft, das Gefühl von Nähe noch zu verstärken. In vielen Nachbarschaften gibt es zurzeit eine Welle der Solidarität mit gegenseitiger Unterstützung, etwa das Angebot an ältere Nachbarn, Einkäufe oder Besorgungen zu übernehmen. Die Unterstützung kommt nicht nur der Person zugute, die die Hilfe empfängt: Auch beim Helfer selbst werden sich positive Gefühle einstellen, weil er etwas Sinnvolles tun kann.
 
4. Negative Gefühle anerkennen, positive Gefühle stärken
Positiv denken! Das klingt erstmal nach einem abgegriffenen Ratschlag. Jeder wird in der derzeitigen Situation Gefühle von Überforderung, Stress und Sorgen kennen, das sind ganz normale Reaktionen. Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sollte man diese Gefühle anerkennen und sich selbst zugestehen. Gleichzeitig kann man sich aber aktiv vornehmen, sich nicht zu sehr in negative Gefühle hineinzusteigern. Konzentrieren Sie sich stattdessen besonders auf Gedanken, Erlebnisse und Aktivitäten, die positive Gefühle auslösen. Das können ganz einfache Alltagsdinge sein wie etwa der Kaffee am Morgen, schöne Musik oder ein Anruf bei alten Freunden.
 
5. Wenn es Ihnen sehr schlecht geht: professionelle Hilfe suchen
Wenn Sie sich psychisch sehr belastet fühlen und das Gefühl haben, Sorgen und Ängste nicht allein bewältigen zu können, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Hausärzte, Ambulanzen der Kliniken und psychosoziale Beratungsstellen in Ihrer Stadt oder Region sind hier geeignete erste Anlaufstellen. Für eine fachgerechte Diagnostik und eine umfassende, spezialisierte Behandlung ausgeprägter und anhaltender psychischer Beschwerden sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie die richtigen Ansprechpartner. Sie alle bauen angesichts der aktuellen Situation derzeit ihre Angebote an Telefon- und Video-Beratung aus.

DGGPN

Weitere Informationen und Empfehlungen finden Sie auch hier:

Psychisch fit in der Corontäne (Aktionsbündnis Seelische Gesundheit)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Mental Health Europe (MHE)

 


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