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Die langjährige Co-Vorsitzende und Mitbegründerin des Aktionsbündnisses, Gudrun Schliebener, ist am vergangenen Wochenende völlig unerwartet im Alter von 75 Jahren verstorben. Das Bündnis verliert mit ihr eine engagierte und mutige Streiterin für die Rechte psychisch erkrankter Menschen und ihrer Familien. Gudrun Schliebener hat mit viel Herzblut und Sachverstand die Geschicke des Aktionsbündnisses von Anfang an entscheidend mit geprägt und vorangetrieben. Gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Gaebel und Ruth Fricke bildete sie seit 2008 den trialogisch besetzten Vorstand der Steuerungsgruppe, in dem sie die wichtige Perspektive der Angehörigen vertrat.

Bis zuletzt hat sie sich auch als Vorsitzende des Bundesverbands der Angehörigen, BApK e.V. und in diversen weiteren Ämtern und Funktionen unermüdlich für die Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen in Deutschland eingesetzt. Dabei scheute sie keine Auseinandersetzung und brachte Dinge auf den Punkt – ganz gleich mit wem sie es zu tun hatte. Noch bei der Jahrestagung des Aktionsbündnisses im letzten November leitete sie den Workshop zu politischen Positionen und forderte nachdrücklich mehr Engagement und konkrete Unterstützung von der Gesundheitspolitik.

Sie selbst kannte als Angehörige eines psychisch erkrankten Menschen die Sorgen, Ängste und die alltägliche Diskriminierung aus eigener leidvoller Erfahrung und machte es sich zur Lebensaufgabe, die schwierige Situation der betroffenen Familien zu verbessern. In ihrer Heimatstadt Herford in Westfalen war sie durch ihre langjährige politische Arbeit als CDU Kreistagsabgeordnete und ihren unermüdlicher Einsatz in der lokalen Gesundheits- und Sozialpolitik bekannt und beliebt. Über mehrere Jahrzehnte kämpfte sie vehement für eine bessere Versorgung psychisch erkrankter Menschen in ihrem Landkreis und wurde dafür als Vorbild für gesellschaftliches Engagement geehrt.

Auch das Kuratorium des DGPPN Anti-Stigma-Preises und das Trialogische Forum verlieren mit ihr eine der leidenschaftlichsten und wichtigsten Vertreterinnen. Gudrun Schliebener machte sich in diversen Gremium für die kontinuierliche Einbeziehung der Betroffenen und Angehörigen stark. Sie wurde nicht müde, auch in ihrem „Unruhestand“ auf die Situation der Familien als größten Hilfeverbund für psychisch erkrankte Menschen aufmerksam zu machen. So wirkte sie auch in Konsensusgruppen von Leitlinien wie den S3-Leitlinien zu Schizophrenie und den „Psychosozialen Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ mit. Einer ihrer letzten Erfolge war im Herbst die Bundestags-Petition des BApK für mehr Personal in psychiatrischen Einrichtungen. 54.134 Menschen zeichneten die Petition bundesweit und unterstrichen damit eindrucksvoll die Relevanz des Themas.

Das Aktionsbündnis und seine Steuerungsgruppe werden ihr Engagement und ihre großherzige Persönlichkeit sehr vermissen und sich in ihrem Sinne weiter für die gemeinsamen Ziele einsetzen.

 

Der Vorstand: Prof. Dr. Wolfgang Gaebel und Ruth Fricke


 

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