Unter der Überschrift „Gute Netzwerkpraxis – Best Practice und Impulse“ trafen sich die Mitglieder des Aktionsbündnis Seelische Gesundheit am 28. November zur Jahrestagung 2017 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Nach spannenden Impulsvorträgen aus dem Netzwerk der etwa 100 Bündnispartner gab es am Nachmittag die Möglichkeit zur Vertiefung und Diskussion in drei verschiedenen Themen-Workshops.

Programm Jahrestagung 2017 (PDF)

Der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Prof. Wolfgang Gaebel, begrüßte die Teilnehmer und verwies noch einmal auf die erfolgreichen Anti-Stigma-Projekte seit Gründung des Bündnisses 2006.  Diese Arbeit wird aktuell mit dem Social Media Projekt „Dein Kopf voller Fragen“ fortgeführt, das  junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren im Fokus hat und vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Parallel zu dieser gesellschaftlichen Aufgabe steht das Bündnis aber auch für den direkten Austausch innerhalb des ständig wachsenden Netzwerks von Organisationen der Selbsthilfe, Gesundheitsförderung und Politik.

Die Koordinatorin des Aktionsbündnisses, Birgit Oehmcke, gab einen kurzen Bericht aus der Geschäftsstelle mit einem Rückblick über alle wichtigen Aktionen und Veranstaltungen des Jahres.  Besondere Highlights waren der evangelische Kirchentag, der Weltkongress der Psychiatrie in Berlin und die 11. Aktionswoche der Seelischen Gesundheit mit dem Schwerpunktthema „Seelische Gesundheit in der digitalen Welt“. Die aktuelle Social Media Kampagne liegt mit 6600 Followern nach nur einem Jahr bereits über den Erwartungen und erreicht vor allem mit den selbst produzierten Videofilmen über psychische Erkrankungen hohe Reichweiten im Internet.

Im Anschluss stellten sich zwei neue Mitglieder aus dem Aktionsbündnis vor:

-    Annika Koch präsentierte NAKOS – die Nationale Kontakt-und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen mit ihrem vielfältigen Angebot. NAKOS Informationen (PDF)
-    Andrea Rothenburg stellte den Verein „Psychiatrie in Bewegung“ vor, der sich um Hilfen und Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern kümmert und darüber auch verschiedene Dokumentarfilme produziert hat.



Es folgten vier spannende Impulsvorträge zu Best Practice Projekten aus dem Bündnis. Den Anfang machte die Geschäftsführerin des Dachverbands Gemeindepsychiatrie, Birgit Görres, mit einem Bericht zur schwierigen Situation der etwa 3 Millionen Kinder psychisch erkrankter Eltern in Deutschland. Bettina Busch stellte das mit dem DGPPN Anti-Stigma-Preis ausgezeichnete Projekt „Grenzenlos Borderline“ der Eckhard Busch Stiftung aus Köln vor. Martin Kolbe, Musiker und stellvertretender Vorsitzender der DGBS (Deutsche Gesellschaft Bipolare Störungen) berichtete von der Idee und erfolgreichen Umsetzung der Bipolar Roadshow, die seit Jahren mit selbst betroffenen Künstlern auf Tour ist. Zum Abschluss stellte Julia Thimm, Social Media Managerin des Aktionsbündnisses, die Idee der „Grünen Schleife für die Seelische Gesundheit“ vor, einer an internationalen Vorbildern angelehnten bundesweiten Kampagne zur Aktionswoche 2018.      

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer für einen von drei thematischen Schwerpunkten in den Workshops entscheiden. Im ersten Workshop unter der Leitung von Birgit Görres mit dem Titel „Gute Praxis für Kinder psychisch kranker Eltern“ wurden konkrete Ansätze eines verbesserten Hilfesystems diskutiert.

Im Workshop zum Thema „Öffentlichkeitswirksame Aktionen“ gaben Bettina Busch und Martin Kolbe praktische Tipps zur Umsetzung erfolgreicher Veranstaltungen. Die Teilnehmer des Workshops zur Grünen Schleife Kampagne stellten erste Überlegungen zu Botschaften und geeigneten Zielgruppen für die Aktion an. Hierzu soll sich im neuen Jahr eine Arbeitsgruppe gründen, die die weitere Konzepterstellung und inhaltliche Planung vorantreiben soll. Die Ergebnisse aus allen Workshops wurden am Ende nochmal im Plenum zusammengefasst und ein positives Fazit des Netzwerk-Treffens gezogen. 

Zum Abschluss las der Autor Oliver Sechting aus seinem autobiografischen Roman „Der Zahlendieb – Mein Leben mit Zwangsstörungen“ und setzte damit einen sehr persönlichen Schlusspunkt.

 

 

 

 

 

 


Diesen Artikel teilen