10 Jahre Aktionsbündnis - Erfolge feiern und neue Ziele für die Zukunft setzen

Aus Anlass des 10jährigen Bestehens des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit fand am 7. November die Jahrestagung in Berlin statt. Alle Mitglieder waren eingeladen, gemeinsam auf die erfolgreichen Stationen der letzten Jahre zurückzublicken und in verschiedenen Workshops neue Ziele und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, begrüßte die etwa 40 Teilnehmer und ging noch einmal auf die Anfänge des Bündnisses ein, das sich aus der Anti-Stigma-Arbeit des Vereins Open the doors entwickelt hat und 2006 auf dem DGPPN Kongress der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurde. Gefördert wurde das Aktionsbündnis von Beginn an vom BMG - dem Bundesministerium für Gesundheit - als dessen Vertreter Michael Römer eine kurze Rede hielt.
Er hob vor allem die Erfolge des Medienprojekts hervor, mit dem es gelungen sei, das Aktionsbündnis in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. An diese positive Entwicklung soll nun auch das neue Social Media Projekt anschließen.

Prof. Wulf Rössler aus Zürich hielt eine Laudatio zum 10-jährigen Bestehen des Aktionsbündnisses und ließ noch einmal die wichtigsten Stationen der letzten 10 Jahre Revue passieren. Besondere Highlights waren beispielsweise der WHO Kongress von 2009 und die Symposien mit der Bundesärztekammer zum Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Eine Erfolgsgeschichte ist auch die Woche der Seelischen Gesundheit, die das Aktionsbündnis seit 2007 in Berlin und seit 2010 bundesweit koordiniert.
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Im Anschluss stellten sich drei neue Mitglieder aus dem Aktionsbündnis vor:

  • Tanja Salkowski präsentierte das mehrfach ausgezeichnete Programm von ,,Radio Sonnengrau", Deutschlands erste Radiosendung rund um psychische Erkrankungen
  • Paul Bomke, Geschäftsführer des Pfalzklinikums, sprach über die spannende Initiative ,,Die Pfalz macht sich stark - neue Wege zur Resilienz"
  • Martin Schultz und Almut Eckhof stellten die ,,MUT-Tour" vor, die gerade als 88. und neuestes Mitglied in das Bündnis aufgenommen wurde
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Die Koordinatorin des Aktionsbündnisses, Birgit Oehmcke, gab einen kurzen Bericht aus der Geschäftsstelle und stellte das ,,Social Media" Projekt ,,Vergleichende Untersuchung zur Aufklärung junger Menschen in den Sozialen Medien" vor. Sie rief die Mitglieder auf, sich mit aktuellen Inhalten an der Aufklärungskampagne zu beteiligen und der Facebook-Seite zu folgen. Am Ende des offiziellen Teils wurde die amtierende Steuerungsgruppe für weitere vier Jahre in ihrer Arbeit bestätigt und die Deutsche Depressionsliga als neues Mitglied in dieses Gremium gewählt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer für einen der drei thematischen Schwerpunkte in den Workshops entscheiden. Im ersten Workshop ging es um die Vernetzung und Ansprache junger Menschen in den Sozialen Medien. Gordon Wübbe von der Social Media Agentur Famefact erklärte den Mitgliedern den Aufbau und die Prozesse einer gelungenen Facebook-Kampagne. Im Workshop zum Thema ,,Regionale Anti-Stigma-Initiativen" ging Prof. Thomas Bock zunächst auf die Hamburger Initiative ,,Irre Menschlich" ein, die von Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Therapeuten getragen wird. Die Teilnehmer des Workshops besprachen verschiedene Aspekte regionaler Anti-Stigma-Projekte wie Finanzierung, Verbreitung und Vernetzung mit anderen Initiativen.

Im dritten Workshop wurde unter Leitung von Prof. Gaebel der Stand des Trialogs in Deutschland sowie die Umsetzung innerhalb des Bündnisses diskutiert. Die Teilnehmer äußerten sich dabei zufrieden mit der bisherigen Trialog-Arbeit, wünschten sich aber für die Zukunft noch mehr Möglichkeiten für einen persönlichen Austausch unter den Mitgliedern. In seinem Schlusswort betonte Professor Gaebel, dass man sich künftig regelmäßiger treffen müsse. Direkter Kontakt und Informationen zu den aktuellen Projekten sind die Basis, um gemeinsam erfolgreich gegen Stigmatisierung vorzugehen.

Zum Abschluss der Veranstaltung sang der Musiker Martin Kolbe einige Songs aus seinem Programm ,,Songs from the Inside", in denen er die Erfahrungen seiner Bipolaren Erkrankung verarbeitet hat.

1. Der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Prof. Wolfgang Gaebel, begrüßte die Teilnehmer der Jahrestagung und führte durch die Veranstaltung.
2. Blumen für die Damen: Prof. Gaebel bedankte sich bei seinen beiden Stellvertreterinnen Ruth Fricke vom BPE (links) und Gudrun Schliebener vom BApK für die langjährige und gute Zusammenarbeit
3. Catharina Woitke (Mitte) vom Verein ,,Freunde fürs Leben", der für den DGPPN Anti-Stigma-Preis 2016 nominiert ist
4. Prof. Thomas Bock vom Verein ,,Irre Menschlich" aus Hamburg leitete den Workshop zum Thema ,,Regionale Anti-Stigma-Initiativen"
5. Der Musiker Martin Kolbe sang Songs aus seinem Programm ,,Songs from the Inside" über seine Bipolare Erkrankung
6. Reger Austausch unter den Teilnehmern der Jahrestagung


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