Hände waschen © Reicher @ fotolia.com
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Wir alle kennen harmlose Formen des Zwanges aus unserem täglichen Leben. Manche von uns erledigen Dinge immer in derselben Reihenfolge; andere hüten sich vor Unglückszahlen oder kontrollieren mehrfach, ob die Haustür verschlossen ist; manche schätzen besonders Ordnung und Sauberkeit im Haushalt, manche durchdenken wichtige Telefonate mehrfach vorher oder nachher.


„Aller guten Dinge sind drei (oder 7, oder 8? )“ beeinflusst das Handeln und Denken von Menschen in vielen Kulturen. Solche Phänomene sind jedem Menschen vertraut, behindern jedoch kaum.

Hauptmerkmal der Zwangsstörung sind wiederkehrende Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen. In mehr als der Hälfte aller Fälle treten beide zusammen auf. Bei Zwangsgedanken handelt es sich um aufdringliche Ideen, Gedanken, Bilder oder auch Impulse. Bei Zwangshandlungen um als sinnlos oder zumindest übertrieben empfundene Handlungen, zu denen sich der Betroffene innerlich gedrängt fühlt. In manchen Fällen lassen sie sich zudem nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Zum Beispiel dann, wenn in Gedanken immer wieder die gleichen Zahlenreihen durchgegangen werden. Den Betroffenen ist zumindest zeitweilig die Unsinnigkeit ihres Denkens und Handelns bewusst. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, sich aus der Gefangenschaft ihrer Zwangsgedanken und -handlungen zu befreien. Erst nach dem oft stundenlangen Ausführen ihrer Zwänge können sie sich wieder anderen Dingen zuwenden. Bei einem erneuten Kontakt mit den zwangauslösenden Reizen - wie zum Beispiel Schmutz - beginnt alles wieder von vorn. Die Zwangsstörung beeinträchtigt das Privat- und Berufsleben der Betroffenen sehr stark. Nicht selten werden die Zwänge so dominant und quälend, dass sich die Zwangskranken vollständig zurückziehen. Die Folge sind dann oft ein Verlust des Selbstwertgefühls und Depressionen.

Text in Zusammenarbeit mit: Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. (DGZ) www.zwaenge.de

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