Metronome with White Background © nunodst @ fotolia.com
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Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Bei den Tics handelt es sich um weitgehend unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise auftreten können, aber nicht rhythmisch sind und auch im Schlaf vorkommen können.


Die Symptome beinhalten:

  1. sowohl multiple motorische (Muskelzuckungen) als auch einen oder mehrere vokale (Lautäußerungen) Tics. Letztere stellen sich im Verlauf der Erkrankung ein, müssen aber nicht notwendigerweise gleichzeitig mit den motorischen Tics vorkommen;
  2. das Auftreten von Tics mehrfach am Tag (gewöhnlich in Serien),fast jeden Tag oder immer wieder über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr;
  3. periodische Wechsel hinsichtlich Häufigkeit, Art und Lokalisation der Tics wie auch hinsichtlich des Zu- und Abnehmens ihrer Ausprägung. Die Symptome können manchmal für Wochen oder Monate verschwinden, aber auch unvermutet wieder auftreten.
  4. Die Erkrankung beginnt fast immer vor dem 18. Lebensjahr.

Die Bezeichnung „unwillkürlich“, die zur Beschreibung der Tics verwandt wird, führt manchmal zu Mißverständnissen, da die meisten Personen, die von einem TS betroffen sind, ein Vorgefühl vor einem Tic und/oder eine gewisse Eigenkontrolle über ihre Symptome haben. Vielfach weiß man leider nicht, daß die Eigenkontrolle, die für Sekunden bis Stunden vom Patienten wahrgenommen werden kann, meist nur ein zeitliches Hinausschieben schwerer „Tic- Entladungen“ bedeutet und eher selten dazu führt, daß der unterdrückte Tic überhaupt nicht auftritt. Meist ist der Drang zur Ausübung der Tics so stark, daß schließlich die Muskelzuckung oder die Lautäußerung doch stattfinden muß (vergleichbar mit dem Drang zu Niesen bzw. zu einem Schluckauf). Menschen mit einem TS suchen oft eine geschützte Umgebung, um ihren Symptomen freien Lauf zu lassen, nachdem sie versucht haben, sie bei der Arbeit oder in der Schule nicht zeigen zu müssen. Typischerweise nehmen Tics im Zusammenhang mit ärgerlicher oder freudiger Erregung, Anspannung oder Streß zu. In entspanntem Zustand oder bei Konzentration auf eine interessante Aufgabe lassen sie eher nach. Unter der sog. Koprolalie ( das Ausstoßen von Schimpfwörtern) leidet nur eine sehr geringe % Zahl aller Betroffenen. Leider ist aber gerade diese Besondere Form des Tourette-Syndroms sehr Medienwirksam und so hat es sich leider im laufe der Zeit etabliert, das Betroffene automatisch immer schimpfen und schreien müssen.

Text in Zusammenarbeit mit: Tourette Gesellschaft Deutschland e.V. www.tourette-gesellschaft.de


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