Neben körperlicher Arbeit und intellektuellen Leistungen sind es vor allem soziale Interaktionen, die besondere Anforderungen an Beschäftigte stellen: Menschen helfen, beraten, behandeln, betreuen oder begleiten. Hier sind Empathie und Sensibilität gefragt. Das macht den besonderen Reiz und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten aus, ist aber auch gleichzeitig ein Risiko für die eigene Gesundheit.

Diese Art von Arbeit kann emotionalen Stress auslösen, wenn die eigenen Gefühle auf der Strecke bleiben. Werden diese auf Dauer verdrängt, unterdrückt oder nicht verarbeitet, kann dies zu hohen psychischen Belastungen oder gar Erkrankungen führen.

Davon betroffen sind zum Beispiel Pflegekräfte in Altenpflegeeinrichtungen, die alltäglich mit Leid, Sterben und Tod zu tun haben. Oder Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Personal in Krankenhäusern, zu deren täglichem ,,Geschäft" emotionale Grenzerfahrungen gehören können, die die meisten Menschen glücklicherweise nicht erleben müssen.

Zwischenmenschliche Beziehungen können emotionale Überforderungen verursachen - vor allem dann, wenn man permanent auf Kosten der eigenen Gefühle auf das Befinden anderer eingehen muss. Interaktionsstress kann so auf Dauer das seelische und körperliche Wohlbefinden beeinträchtigen mit entsprechenden negativen Folgen für die Leistungsfähigkeit, Arbeitszufriedenheit und Gesundheit. Bei Berufsgruppen mit erhöhtem Risiko für emotionalen Stress gilt es von Seiten des Unternehmens, ein vorausschauendes ,,Risikomanagement" zu betreiben und klar auf Prävention zu setzen.


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