Die Frage, was uns stresst, ist komplex. Denn das Empfinden von Stress ist individuell sehr verschieden. Ein und dieselbe Aufgabe kann für den einen Menschen Stress bedeuten, während ein anderer sie als interessante Herausforderung empfindet.

Allerdings spielen Arbeitsatmosphäre und Arbeitsorganisation eine grosse Rolle dabei, ob Beschäftigte sich angesichts von Aufgaben motiviert und gefordert fühlen oder gestresst. Ein gesundheitsförderliches Beriebsklima kann nur entstehen, wenn allen Beteiligten bewusst ist, dass sie einen Anteil daran haben - und die Verantwortung für ihren Anteil übernehmen.

Das bedeutet konkret:

  • Der einzelne Mitarbeiter kümmert sich aktiv um seine psychische Gesundheit und Stressbewältigungs-Kompetenz. Das kann bedeuten, dass Beschäftigte selbst darauf achten, welche Aufgaben ihnen Stress bereiten - und sich aktiv darum kümmern, diesen Situationen den Druck zu nehmen. Es kann auch bedeuten, dass Mitarbeiter sich in den Bereichen weiterbilden, in denen sie Kompetenzlücken feststellen. Auch die Selbstsorge, genügend Pausen, Bewegung, sportlichen Ausgleich und eine gesunde Ernährung in den Arbeitsalltag einzubauen, gehört zu diesen persönlichen Präventionsmöglichkeiten.
  • Die Führungskraft prägt durch ihren Führungsstil entscheidend die Kultur und das Miteinander in Team und Abteilung. Zudem ist die Führungskraft für Mitarbeiter ein wichtiges Vorbild. Sie gibt mit dem eigenen Arbeitsstil eine Orientierung vor. Führungskräfte, die selbst Wert auf eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben legen, d.h. eine Pausenkultur -pflegen und Angebote der Gesundheitsförderung wahrnehmen, wirken deshalb im ganzen Team als Vorreiter für konsequentes Stress-Management.
  • Die Organisation gibt den Rahmen vor, in dem sich Führungskraft und Mitarbeiter bewegen. Insofern ist dauerhafte Gesundheitsförderung nur möglich, wenn die Unternehmensleitung die Bemühungen der Führungskraft und der Mitarbeiter wertschätzt und unterstützt. Beispielsweise durch ein gutes Weiterbildungsangebot im Bereich Gesunde Führung und psychische Gesundheit. Aber auch durch eine aktive und nachhaltige Gesundheitsförderung auf struktureller Ebene z.B. durch Gefährdungsbeurteilungen, durch Mitarbeiterbefragungen und nachhaltiges Umsetzen der erarbeiteten Massnahmen.

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