Diskussion mit Kanzlerin Merkel beim 3. Internationalen Deutschlandforum
Foto: Bundesregierung/Steins

Beim 3. Internationalen Deutschlandforum unter dem Motto "Was Menschen wichtig ist – Globale Gesundheit und Innovation" diskutierten zwei Tage lang über 120 Gesundheitsexperten aus unterschiedlichen Disziplinen im Kanzleramt neue Ideen für eine globale Gesundheitspolitik. Auch das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit war durch seinen Vorsitzenden, Prof. Wolfgang Gaebel, bei diesem internationalen Forum vertreten.

Das Thema "globale Gesundheit" sei von allergrößter Bedeutung, betonte Bundeskanzlerin Merkel. Die internationale Staatengemeinschaft habe sich mit der Agenda 2030 "das sehr anspruchsvolle Ziel gestellt, dass jeder Bürger der Welt – egal welchen Alters – ein Anrecht auf Gesundheitsversorgung hat".

Neben dem Umgang mit Antibiotikaresistenzen und vernachlässigten Tropenkrankheiten nahmen die psychischen Erkrankungen einen breiten Raum in der Diskussion mit der Bundeskanzlerin ein. Weltweit ist jeder vierte Mensch mindestens einmal in seinem Leben davon betroffen. In vielen Gesellschaften werden psychische Erkrankungen noch immer tabuisiert und Betroffene stigmatisiert. Die Teilnehmer stellten sich die Frage, wie Gesellschaften zu einem besseren Verständnis und Umgang mit mentaler Gesundheit gelangen könnten. Auch die Bundeskanzlerin gestand zu, dass dieses Thema alle Länder zu Entwicklungsländern mache und es daher größere Aufmerksamkeit erfordere, auch in Deutschland.

In diesem Zusammenhang verwies Prof. Gaebel auf die langjährige Anti-Stigma-Arbeit des Aktionsbündnisses und besonders auf die aktuelle Social Media Kampagne, mit der junge Menschen für die Prävention psychischer Erkrankungen sensibilisiert werden sollen. Er forderte die Kanzlerin auf, das Thema auf die politische Agenda zu setzen:“ Wir haben in Deutschland ein gutes Versorgungssystem, aber die Schnittstellen müssen verbessert werden. Daher stellt sich die Frage nach einem nationalen Aktionsplan, um die bestehenden Einrichtungen und Angebote besser miteinander zu koordinieren.“      

Kanzlerin Merkel dankte den Teilnehmer des Internationalen Deutschlandforums für den Erfahrungsaustausch. Deutschland wolle "von Ihnen lernen", um das Wissen danach wieder in die internationale Diskussion einzubringen. Im Zuge der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 wird Deutschland sein Engagement im Bereich globaler Gesundheitsförderung weiter fortführen.


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